Coronalockerungen FDP-Fraktionschef will Isolationsregeln komplett aufheben

Gerade erst hat das RKI die Isolationspflicht nach einer Coronainfektion auf fünf Tage verkürzt. Doch der FDP reicht das nicht.
FDP-Fraktionschef Christian Dürr: »Wer positiv getestet, aber symptomfrei ist, sollte mit Maske und Abstand das Haus verlassen dürfen«

FDP-Fraktionschef Christian Dürr: »Wer positiv getestet, aber symptomfrei ist, sollte mit Maske und Abstand das Haus verlassen dürfen«

Foto: Fabian Sommer / dpa

FDP-Fraktionschef Christian Dürr fordert eine Aufhebung der Regeln zur Isolation von Coronainfizierten. Deutschland sollte dem Beispiel Großbritanniens folgen, wo sich positiv Getestete nicht mehr in Zwangsisolation begeben müssten, sagte Dürr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

»Wer positiv getestet, aber symptomfrei ist, sollte mit Maske und Abstand das Haus verlassen dürfen«, sagte er. »Ich bin fest davon überzeugt, dass die Menschen in dieser Frage eigenverantwortlich eine Entscheidung treffen können. Dafür braucht es nicht länger eine staatliche Regulierung«, fügte Dürr hinzu.

RKI verkürzt Isolationsregeln

Nach langem Hin und Her hatte das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag neue Leitlinien für die Isolation nach einer Coronainfektion vorgelegt. Diese sehen vor, dass die vorgeschriebene Isolation für Coronainfizierte in der Regel schon nach fünf Tagen enden kann. Zum Abschluss wird aber ein negativer Test »dringend empfohlen«. Die konkrete Umsetzung liegt bei den Bundesländern.

Zuvor hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach entschieden, die Isolationsregeln abzuschaffen und lediglich zu empfehlen. Ab dem 1. Mai, so verkündete Lauterbach Anfang April, sei die Isolation lediglich empfohlen. Er reagierte damit auf den Druck der Länder, in denen aufgrund der hohen Infektionszahlen zahlreiche Menschen auch der kritischen Infrastruktur wegen Isolation ausfielen. Nach heftigen Reaktionen auch in seiner eigenen Partei nahm Lauterbach die Entscheidung einen Tag später dann aber wieder zurück . Er bezeichnete sie als »Fehler«.

Inzwischen sinken unterdessen nicht nur die Inzidenzen, sondern auch die Belastung der Kliniken durch die Coronapandemie. »Die Lage in den Krankenhäusern entspannt sich«, sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem RND. Mit 1300 Covid-Patienten auf Intensivstationen seien es so wenige wie seit September 2021 nicht mehr. Kliniken könnten nun sukzessive zuvor verschobene Leistungen nachholen. Die sinkenden Inzidenzzahlen sind indes mit Vorsicht zu betrachten: Vielerorts kommen Gesundheitsämter mit der Erfassung der Infektionen nicht mehr hinterher.

mfh/dpa