Merkels Schalte mit Ministerpräsidenten Kontaktbeschränkungen sollen am 2. November starten

Gastronomiebetriebe sollen geschlossen werden, in der Öffentlichkeit sind nur noch Treffen von zehn Personen erlaubt: Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich auf Beschränkungen geeinigt, die ab Montag gelten sollen.

Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen nach SPIEGEL-Informationen bereits vom 2. November an und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. Ab Montag sollen sich zudem in der Öffentlichkeit nur noch maximal zehn Personen aus zwei Hausständen treffen dürfen. Merkel rechnete nach Informationen des SPIEGEL vor, wenn es keine Reduzierung der Kontakte gebe, sei man binnen einer Woche bei 28.000 Infektionen pro Tag, was eine Verdoppelung des jetzigen Wertes wäre.

Gastronomiebetriebe sollen ab Montag für den restlichen Monat schließen. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.

Geöffnet bleiben sollen auch Schulen, Kindergärten sowie der Groß- und Einzelhandel.

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Drosten und Söder für schärfere Maßnahmen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte zuvor angesichts steigender Neuinfektionszahlen vom November als "Monat der Entscheidung" gesprochen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädierte schon vor der Konferenz für schärfere Corona-Maßnahmen: "Lieber gleich und richtig als spät und halbherzig", sagte Söder.

Auch der Virologe Christian Drosten argumentierte für einen zeitlich begrenzten Shutdown. "Wenn die Belastung zu groß wird, dann muss man eine Pause einlegen", sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstagabend veröffentlichten Folge des "Coronavirus-Updates" von NDR-Info.

Momentan sei die Inzidenz in Deutschland noch vergleichsweise niedrig. "Wenn wir jetzt einmal auf die Bremse treten würden, dann hätte das einen ganz nachhaltigen Effekt. Das würde uns ganz viel Zeit einspielen." Etwa drei Wochen - etwas mehr als eine Quarantänezeit - brauche man aus Sicht des Wissenschaftlers dafür. "Die Inzidenz ist danach erheblich gesenkt und ist dann auch unter bestimmten Umständen auf lange Frist gesenkt."

Fast 15.000 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter meldeten am Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen einem Tag - ein Rekord seit Beginn der Pandemie. Vor einer Woche hatte die Zahl noch bei 7595 gelegen. Mit den Werten aus dem Frühjahr sind die aktuellen allerdings nur bedingt vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden.

slü/als/dpa
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