Wegen steigender Corona-Infektionen Hanau sagt Demo zum Gedenken an Terroropfer ab

Tausende Menschen wollten am Samstag der Opfer des rassistischen Anschlags gedenken, aber die Demo muss verschoben werden - weil die Zahl der Corona-Infektionen stark steigen. Die Stadt erlaubt aber eine kleinere Kundgebung.
Gedenken an die Opfer von Hanau (hier in Stuttgart)

Gedenken an die Opfer von Hanau (hier in Stuttgart)

 

Foto: Marijan Murat / dpa

Wegen einer "stark steigenden Zahl" von Corona-Infektionen hat die Stadt Hanau eine für Samstag geplante Demonstration zum Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags mit neun Toten abgesagt. Veranstalter und Polizei hatten zwischen 3000 und 5000 Teilnehmer erwartet.

Die Angehörigen der Opfer sollen aber bei einer Alternativveranstaltung die Möglichkeit bekommen, zu sprechen. Diese werde auf eine Teilnehmerzahl von 249 Menschen begrenzt sein, heißt es auf der Internetseite der Stadt. 

"Sobald die Infektionsfälle wieder deutlich zurückgegangen sind, holen wir diese Trauerbekundung selbstverständlich nach", hatte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zunächst mitteilen lassen. 

Der Main-Kinzig-Kreis habe dem Oberbürgermeister mitgeteilt, "dass die Zahl der Neuinfizierten je 100.000 Einwohner im 7-Tage-Rückblick in Hanau auf 49 hochgeschnellt ist". Er sei "geschockt über die rasante Infektionsentwicklung". Damit sei die Schwelle für konsequente Beschränkungen erreicht.

Die "Initiative 19. Februar", die dazu aufgerufen hatte, kündigte daraufhin an, dass es "trotzdem nicht ruhig bleiben" werde. Man werde die geplante Kundgebung mit Angehörigen, Freunden und Betroffenen von Rassismus und Antisemitismus durchführen. Der mögliche Rahmen dafür werde mit der Stadt Hanau ausgehandelt.

Die Kundgebung solle auch gestreamt werden. Die Reden beginnen um 15 Uhr.

kfr/dpa
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