Reservierung von Biontech-Dosen Spahn will Jugendlichen bis Ende August ein Impfangebot machen

Im kommenden Monat will die EMA über die Zulassung eines Coronaimpfstoffs für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Gesundheitsminister Spahn will Dosen reservieren, damit die Altersklasse zügig geimpft werden kann.
Jens Spahn: »Das erklärte Ziel ist, dass die Länder den minderjährigen Schülerinnen und Schülern bis Ende August ein Impfangebot machen«

Jens Spahn: »Das erklärte Ziel ist, dass die Länder den minderjährigen Schülerinnen und Schülern bis Ende August ein Impfangebot machen«

Foto: Jens Schicke / imago images/Jens Schicke

Um die Impfkampagne auch unter jungen Menschen voranzutreiben, plädiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dafür, Impfdosen der Hersteller Biontech und Pfizer zu reservieren. »Ein Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien ist das Impfen der Jugendlichen«, sagte der CDU-Politiker der »Bild am Sonntag«. »Das erklärte Ziel ist, dass die Länder den minderjährigen Schülerinnen und Schülern bis Ende August ein Impfangebot machen. Weil für sie wegen der Zulassung nur ein bestimmter Impfstoff infrage kommt, müssen dafür genügend Biontech-Dosen reserviert werden.«

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) will noch im laufenden Monat über die Zulassung des Coronaimpfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte das Präparat des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen.

Der US-Pharmahersteller Moderna strebt Ähnliches an. Der Konzern hofft auf eine europäische Impfstoffzulassung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Ein Antrag bei der EMA sei Anfang kommenden Monats geplant, sagte der aus Frankreich stammende Moderna-Vorstandschef Stéphane Bancel der französischen Sonntagszeitung »Le Journal du Dimanche«. Das Präparat von Moderna ist einer von vier Coronaimpfstoffen mit einer Zulassung in der Europäischen Union.

Karliczek fordert Fahrplan

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek fordert einen Fahrplan für Impfungen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren in allen Bundesländern. Durch diesen soll Kindern und Jugendlichen möglichst bis zum Beginn des kommenden Schuljahres ein Impfangebot gemacht werden können, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Ich möchte, dass vor allem nach den Sommerferien überall der Schulbetrieb wieder relativ normal beginnen kann. Dafür wäre es sehr hilfreich, wenn möglichst viele Schülerinnen und Schüler geimpft wären.« Nach dem Willen der Ministerin soll sich der Impfgipfel von Bund und Ländern in der kommenden Woche mit dem Thema befassen.

Der Deutsche Städtetag regte an, die Impfzentren im Sommer in die Impfung von Schülern einzubinden. Es müsse jetzt zügig geklärt werden, wo demnächst Kinder ab 12 Jahren geimpft werden sollen, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Vor dem neuen Schuljahr sollten möglichst viele Jugendliche mindestens die erste Impfung erhalten.« Generell plädierte er für die Beibehaltung der Zentren, weil unklar sei, wann Arztpraxen und Betriebsärzte die Impfungen vollständig leisten könnten.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) derweil binnen einem Tag 6714 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 8500 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 64,5 an (Vortag: 66,8; Vorwoche: 83,1). Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

cop/dpa/Reuters
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