»War eine schöne Wiesn« Söder stemmt sich gegen Maskenpflicht in Innenräumen

Angesichts steigender Coronazahlen denkt man in Berlin über die Wiedereinführung der Maskenpflicht nach. In Bayern nicht – trotz steigender Hospitalisierungsraten nach dem Oktoberfest.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister bei der Eröffnung des diesjährigen Oktoberfests: »Im Übrigen steigen auch anderswo die Zahlen«

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister bei der Eröffnung des diesjährigen Oktoberfests: »Im Übrigen steigen auch anderswo die Zahlen«

Foto: APress / IMAGO

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich gegen die Wiedereinführung einer Maskenpflicht in Innenräumen ausgesprochen. »Da bin ich derzeit zurückhaltend. Jeder kann sich doch schützen, indem er freiwillig eine Maske aufzieht und sich impfen lässt«, sagte der CSU-Vorsitzende der »Bild am Sonntag« .

Eine bundesweite Maskenpflicht gibt es nur noch in Fernzügen und -bussen, Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen. Darüber hinaus können die Länder sie bei Bedarf in Innenräumen einführen.

Lauterbach kritisierte Oktoberfest als »schlechte Idee«

Kritik von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Münchner Oktoberfest wies Söder zurück: »Die Bundesregierung hat entschieden, dass solche Feste stattfinden können. Es ist schon seltsam, wenn Herr Lauterbach sich jetzt über die »Wiesn« aufregt. Im Übrigen steigen auch anderswo die Zahlen. Aber wie bei vielen vergleichbaren großen Volksfesten sind die Coronazahlen erst angestiegen und dann wieder zurückgegangen. Aus meiner Sicht war es eine schöne Wiesn.«

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte angesichts der kritischen Corona-Entwicklung in München nach dem Oktoberfest Handlungsbedarf für weitere Schutzvorgaben angemahnt. Er finde, dass »München, aber auch Bayern unter besonderer Verpflichtung ist, sich jetzt zu überlegen, was macht man mit der Maskenpflicht in den Innenräumen«, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. »Will man das wirklich so laufen lassen?« Das ginge zulasten von Pflegekräften, ärztlichem Personal und Leuten, die infiziert würden. »Man muss jetzt darüber nachdenken: Wann ist der richtige Zeitpunkt, dass man die Verantwortung zeigt?« Das Infektionsschutzgesetz gebe dies her.

Im Zuge des Oktoberfests waren die Infektionszahlen in Bayern und speziell München drastisch gestiegen. Inzwischen sinken sie wieder. Die dortigen Kliniken stehen nun aber enorm unter Druck und registrieren so viele Patienten mit Corona wie nie zuvor.

Lauterbach sagte: »Es muss jetzt nach vorne geblickt werden. Es hilft nicht, da nachzutreten.« Er bekräftigte zugleich: »Natürlich ist das Oktoberfest, so wie es gemacht wurde, eine schlechte Idee gewesen.«

muk/dpa
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