Nach Kritik an Coronapolitik Liefers zeigt sich schockiert von Besuch auf Intensivstation

Im Frühjahr hatte sich Schauspieler Jan Josef Liefers bei #allesdichtmachen über Coronamaßnahmen mokiert. Jetzt erhielt er Einblick in eine Intensivstation – und schildert Dramatisches.
Der Schauspieler Jan Josef Liefers

Der Schauspieler Jan Josef Liefers

Foto: Oliver Berg / dpa

Gemeinsam mit etwa 50 Schauspielerinnen und Schauspielern hatte sich Jan Josef Liefers im April über die Coronapolitik der Bundesregierung mokiert. In einem satirischen Beitrag unter dem Hashtag #allesdichtmachen kritisierte er die Aufklärung über das Coronavirus als Panikmache. Der Clip endete mit den Worten: »Bleiben Sie gesund. Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht.«

Die Aktion erntete viel Kritik, Liefers ruderte ein bisschen zurück und nannte die Ironie das wohl falsche Mittel der Zuspitzung in diesem Zusammenhang. Dann erklärte er sich bereit, eine Intensivstation zu besuchen, um sich selbst ein Bild zu machen. Nun fand der Besuch statt – und Liefers schildert in einem Gastbeitrag bei der »Bild«-Zeitung  dramatische Erlebnisse.

»Alle Covid-Patienten hier auf Intensiv waren schwer erkrankt, dem Tod näher als dem Leben. Alle jung, von 28 bis 48 Jahre alt. Alle ungeimpft«, schrieb der 57-Jährige. »Auch die beiden hochschwangeren Frauen, deren Kinder per Not-OP geholt wurden und leben, während die Mütter es nicht geschafft haben, wie ich inzwischen weiß.«

»Allerdings wäre keiner hier gelandet mit einer Impfung«

Liefers' Angaben zufolge liegt sein Einsatz als »Praktikant« bereits zwei Wochen zurück. »Helfen konnte ich nicht viel, nur beim Umlagern konnte ich mich nützlich machen, eingepackt in zusätzliche Schutzkleidung, mit FFP2-Maske und einer Art Taucherbrille auf den Augen.« Warum es manche so schwer treffe, sei noch unklar, schrieb Liefers. »Allerdings, da waren sich Pfleger wie Ärzte einig, wäre keiner hier gelandet mit einer Impfung.«

Direkt zum Impfen aufrufen wollte Liefers nicht: »Ist das nun doch ein Impfaufruf? Tja, was soll ich sagen? Ich befürworte die Impfung Erwachsener, absolut klarer Fall. Aber ich gebe keine medizinischen Ratschläge, ich erzähle hier nur meine Geschichte. Die Entscheidung liegt bei jedem selbst.« Dem Beitrag lässt sich entnehmen, dass er sich einen mRNA-Impfstoff verabreichen ließ.

Liefers hatte unter anderem neben dem Schauspieler Volker Bruch und der Schauspielerin Meret Becker an #allesdichtmachen beteiligt. Die Medizin-Bloggerin »Doc Caro« hatte die Schauspielenden daraufhin mit der Gegenaktion #allemalneschichtmachen aufgerufen, für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten. In einem Streitgespräch mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Liefers verkündet, sich bei #allemalneschichtmachen angemeldet zu haben.

Volker Bruch macht weiter

Andere Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich weiterhin an Aktionen von #allesdichtmachen. »Babylon Berlin«-Star Volker Bruch, der einen Mitgliedsantrag bei einer »Querdenker«-Partei eingereicht hatte, hat gemeinsam mit Künstlerinnen, Wissenschaftlern und Schauspielenden eine Plattform gegründet, die umstrittene und angeblich »kaum gehörte« Positionen zum Coronavirus sammelt.

mrc/dpa
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