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Jens Spahn und seine Chaos-Planung Die Bundesregierung hat 250 Millionen Masken zu verschenken

Der Gesundheitsminister hat sich beim Mund-Nasen-Schutz gleich doppelt verzockt. Erst herrschte Maskenmangel, dann wurden viel zu viele bestellt - die nun weg müssen. Rekonstruktion eines politischen Versagens.
aus DER SPIEGEL 34/2020
CDU-Politiker Spahn: Problematik unterschätzt

CDU-Politiker Spahn: Problematik unterschätzt

Foto:

Ole Spata / AFP

Von Christoph HickmannMartin KnobbeVeit MedickCornelia SchmergalChristoph SchultGerald TraufetterWolf Wiedmann-Schmidt und Robin Wille

Nachdem in Deutschland zu Beginn der Corona-Pandemie akuter Maskenmangel herrschte, plant die Bundesregierung nun, überzählige Masken an andere Staaten zu verschenken. Wie aus einer Vorlage aus dem Auswärtigen Amt hervorgeht, gibt es Pläne, über die Weltgesundheitsorganisation 250 Millionen Masken im Wert von 275 Millionen Euro kostenlos an Staaten abzugeben, die besonders unter der Pandemie leiden. Damit könne man "ein Zeichen sichtbarer Solidarität" setzen, heißt es in dem als Verschlusssache eingestuften Papier.

Nach dem anfänglichen Mangel gibt es in Deutschland mittlerweile sehr viele Masken. Das Gesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU) hat 2,7 Milliarden Exemplare importiert, eine weitere Milliarde ist bis Ende des Jahres vertraglich gesichert. Nur ein Bruchteil ist bislang ausgeliefert worden. 

Erst einmal soll nun Material abgeben werden, dessen Haltbarkeit bald abläuft. Das Finanzministerium, heißt es in dem Papier, sei "grundsätzlich einverstanden mit unentgeltlicher Abgabe" der nicht benötigten Masken, und zwar auch deshalb, weil "die Mindesthaltbarkeitsgrenze der Materialien bei Nichtweitergabe ggf. bald erreicht wird". Eine Vernichtung der Materialien wäre wegen des andernorts hohen Bedarfs nicht zu verantworten. Sollte dies publik werden, sei "mit kritischen Nachfragen" von Bundestag, Bundesrechnungshof und Medien zu rechnen.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte:

Ein Freitag, Anfang April, Jens Spahn steht auf dem Hof eines Logistikzentrums im thüringischen Apfelstädt. Es ist kalt und windig, und es beginnt zu regnen. Aber das macht nichts, ganz im Gegenteil. Minister furchtlos. Spahn braucht solche Bilder, gerade in diesen Apriltagen.

Corona hat das Land im Griff, der Gesundheitsminister besucht ein Zentrallager für Masken und Kittel, die von der Bundesregierung beschafft werden. Pünktlich zu Spahns Auftritt ist eine neue Lieferung angekommen. Vor ihm steht ein Mikro, hinter ihm ein Lastwagen, bepackt mit Kisten. "Die Mengen steigen, die Verteilung erfolgt schnellstmöglich", freut sich Spahn.

Während die Deutschen sich durch den Lockdown quälen, nimmt der Minister ihnen ein Stück weit die Sorge vor dem, was noch kommt. Die Masken trudeln nun endlich ein. Es ist eine schöne Botschaft, die Spahn aussenden möchte, aber womöglich geht es ihm in Apfelstädt auch darum, ein Problem zu kaschieren, das vor allem mit seinem Namen verbunden ist.

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