Belastung der Krankenhäuser Spahn warnt vor Grippe- und Coronawellen im Herbst

Gesundheitsminister Spahn hat sich gegen Grippe impfen lassen – und empfiehlt das auch allen anderen. Zwar seien die Coronazahlen in Deutschland niedrig, gepaart mit der Grippe drohe aber eine neue Belastung der Kliniken.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Foto: Michael Kappeler / dpa

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor einer erneuten starken Belastung des Gesundheitssystems in Herbst und Winter gewarnt. Zwar sinken aktuell die Zahlen an Corona-Neuinfektionen, aber es drohe eine höhere Belastung durch parallele Corona- und Grippewellen. »Nur weil es Corona gibt, sollte man die Grippe nicht auf die leichte Schulter nehmen«, sagte Spahn in Berlin.

Auch der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnte vor vollen Krankenhäusern, sollten sich Corona- und Grippefälle überlappen. Sich gegen beide Viren zeitgleich impfen zu lassen, sei möglich und empfehlenswert.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn hat der Bund 27 Millionen Grippe-Impfstoffdosen bestellt, die frühzeitig zur Verfügung stünden. Diese Dosen seien diesmal schon im Oktober und November verfügbar. »Doppelt impfen gehen führt auch zu doppeltem Schutz«, sagt er mit Blick auf die Grippe und Corona. Er selbst habe sich am Vormittag bereits gegen Grippeviren impfen lassen.

In der vergangenen Saison hatte es 22 Millionen Grippeimpfungen gegeben, Spahn hofft auf eine ähnliche Größenordnung in diesem Jahr. Vor Corona habe es bereits sehr milde, aber auch sehr harte Grippewellen mit großer Belastung für die Intensivstationen gegeben. Wie schwer die Grippewelle in diesem Jahr ausfalle, lasse sich schwer vorhersagen.

Durch die Impfung, einen »einfachen Piks«, sei es möglich, »viel Leid und Tod« zu vermeiden. Eine Grippeimpfung ist besonders bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen empfohlen. Auch bei Menschen mit vielen Kontakten sei sie ratsam, sagte Spahn. Gerade im öffentlichen Personenverkehr seien auch weiter die Abstands- und Hygieneregeln anzuwenden – wie das Tragen von Masken.

Zugleich zeigte sich Spahn zuversichtlich mit Blick auf die Coronalage. Man sehe Inzidenzen in den verschiedenen Bereichen, »mit denen wir gut umgehen können«, sagt der CDU-Politiker. Dies liege auch an den Erfolgen beim Corona-Impfen. »Fast vier von fünf Erwachsenen sind geimpft«, sagt er.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland laut RKI bei 62,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 63,6 gelegen, vor einer Woche bei 61,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen einem Tag 11.547 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.780 Ansteckungen gelegen.

Trotz der niedrigen Zahlen warnte das RKI in seinem jüngsten Wochenbericht vor einer Zunahme bei den Coronazahlen. Als Gründe nannte das RKI, dass es noch immer eine große Zahl ungeimpfter Menschen gebe und Kontakte in Innenräumen im Herbst zunähmen.

mrc
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