Coronapandemie Lauterbach verlängert Bürgertests

Sie galten als wichtiges Mittel im Kampf gegen die Pandemie, heute spielen Bürgertests kaum noch eine Rolle. Nach dem Willen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach soll es sie weiter geben – trotz Kritik aus der Koalition.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sichert die Finanzierung der Bürgertests – bis Ende Februar

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sichert die Finanzierung der Bürgertests – bis Ende Februar

Foto: Hannibal Hanschke / EPA

Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sollen sich vorerst weiter wie bisher auf Corona testen lassen können. »Die Testverordnung wird fortgeführt«, hieß es am Montag aus dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin. Die Finanzierung sei bis Ende Februar gesichert. Dies schaffe die Voraussetzung für eine nahtlose Weiterversorgung. Die aktuelle Regelung der staatlichen Finanzierung der Tests endet am 25. November. Über eine Anschlussverordnung waren in den vergangenen Tagen Abstimmungen in der Regierung gelaufen.

FDP forderte Ende der Milliardenzahlungen

Aus der mitregierenden FDP waren Forderungen nach einem Ende der Milliardenzahlungen für Bürgertests gekommen. Seit einer Neuregelung im Sommer gibt es kostenlose Bürgertests nur noch für bestimmte Risikogruppen. Nun soll die Empfängerliste kostenloser Tests noch einmal deutlich abgespeckt werden. Das geht aus dem Entwurf der Testverordnung hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Demnach übernimmt der Bund nur noch die Kosten für die Antigen-Schnelltests, die etwa für Personal in medizinischen Einrichtungen anfallen, für Besucher von Krankenhäusern, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen sowie Personen, die in ambulanten Pflegediensten tätig sind, heißt es in der Verordnung. Kostenlos soll der Test auch bleiben, wenn man sich aus einer Isolierung wegen einer Covid-Erkrankung freitesten will.

In der Regel sind drei Euro aus eigener Tasche pro Schnelltest fällig: etwa vor Konzertbesuchen, größeren Familienfesten oder Besuchen bei älteren Menschen.

Schon im Sommer war ein Streit um die Fortführung der Bürgertests entbrannt. So forderte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, eine komplette Einstellung der Corona-Bürgertests. »Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden«, sagte Gassen der »Bild«-Zeitung. »Sie sind viel zu teuer, der bürokratische Aufwand ist riesig und die epidemiologische Aussagekraft ist null.« Lauterbach hielt dagegen: Die Tests seien »nicht sinnfrei, sondern helfen, dass Infizierte andere nicht anstecken«.

muk/dpa
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