Festland und Balearen Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Spanien

Zum Risikogebiet hatte die Bundesregierung fast ganz Spanien schon erklärt. Nun geht das Auswärtige Amt noch weiter und spricht eine offizielle Reisewarnung aus. Tui sagt alle Pauschalreisen in das Land ab.
Passagiere am Flughafen auf Mallorca

Passagiere am Flughafen auf Mallorca

Foto: Joan Mateu/ dpa

Wegen der gestiegenen Zahl von Neuinfektionen in der Coronakrise warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in große Teile Spaniens. Das gilt auch für die bei deutschen Urlaubern beliebte Ferieninsel Mallorca. Eine Ausnahme gibt es nur für die Kanarischen Inseln, wie das Außenministerium in Berlin mitteilte.

Zuvor war Spanien von den beteiligten Bundesministerien für Gesundheit und Inneres sowie dem Auswärtigen Amt bereits als Risikogebiet deklariert worden. Auch hier gelten die Kanaren als Ausnahme. Diese Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben.

Eine Reisewarnung geht noch weiter. Sie ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Tui sagt alle Pauschalreisen nach Spanien ab

Der Reisekonzern Tui wird die ab Samstag geplanten Pauschalreisen in die betroffenen Gebiete Spaniens absagen. Den Kunden würden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten, zum Beispiel zu den Kanarischen Inseln, sagte ein Tui-Sprecher am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Weil man nicht von allen Kunden Kontaktdaten habe, nehme man außerdem Kontakt zu Reisebüros auf. Reisenden, die bereits in den betroffenen Feriengebieten sind, biete Tui an, sie auf Wunsch früher als geplant nach Hause zu fliegen.

Die deutsche Tourismuswirtschaft bedauerte derweil die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung, betonte aber auch, die Entscheidung sei zu akzeptieren, "da der Gesundheitsschutz die höchste Priorität für die Tourismusbranche hat", wie der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) mitteilte.

Der BTW-Generalsekretär sagte, dass Reisewarnungen vor dem Hintergrund der ohnehin schon stark gebeutelten Tourismusbranche "tagesaktuell überprüft und bald möglichst zurückgenommen werden" müssten.

mst/hba/dpa
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