Neue Corona-Maßnahmen Berliner Senat beschließt Sperrstunde

Das Nachtleben in der Hauptstadt wird ab Samstag deutlich eingeschränkt: Von 23 bis 6 Uhr müssen Restaurants und Bars geschlossen bleiben. Berlin reagiert damit auf die steigenden Infektionszahlen.
Gäste vor einer Bar in Berlin: Nach 23 Uhr soll das ab Samstag nicht mehr möglich sein

Gäste vor einer Bar in Berlin: Nach 23 Uhr soll das ab Samstag nicht mehr möglich sein

Foto: ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/Shutterstock

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen gelten in Berlin bald eine nächtliche Sperrstunde und strengere Kontaktverbote für drinnen und draußen: Die meisten Geschäfte sowie alle Restaurants und Bars müssen von 23 bis 6 Uhr schließen. Das beschloss der Senat. Ausnahmen sind demnach etwa für Apotheken oder Tankstellen geplant, Letztere dürfen in der Nacht aber keinen Alkohol mehr verkaufen.

Im Freien dürfen sich von 23 bis 6 Uhr nur noch fünf Personen oder Menschen aus zwei Haushalten versammeln, wie der Senat weiter beschloss. An privaten Feiern in geschlossenen Räumen dürfen nur noch maximal 10 statt bisher 25 Personen teilnehmen.

Die Maßnahmen zielen vor allem auf private Feiern und illegale Partys , die die Berliner Behörden als Treiber des Infektionsgeschehens sehen. Die Vorschriften sollen ab Samstag gelten - und sind zunächst bis 31. Oktober befristet.

Erst seit vergangenem Samstag gelten in Berlin neue Beschränkungen, die der Senat in der Vorwoche beschlossen hatte: Private Feiern im Freien mit mehr als 50 Teilnehmern sind seitdem verboten. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Neu ist auch eine Maskenpflicht in Bürogebäuden.

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Trotz dieser Beschlüsse war Berlin wegen des raschen Anstiegs der Infektionszahlen weiter unter Druck geraten. Mehrfach forderten Vertreter der Bundesregierung öffentlich, die Stadt möge mehr zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Durchsetzung der Regeln tun, zuletzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Unterdessen zeigt das Berliner Ampelsystem zur Bewertung der Corona-Lage dem Senat zum ersten Mal Handlungsbedarf an. Die Zahl der Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den vergangenen sieben Tagen und die Reproduktionszahl liegen inzwischen über den als kritisch definierten Grenzwerten. Das geht aus dem Online-Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Dienstag hervor. Damit steht die Ampel nun auf Doppel-Rot. Für diesen Fall hatte der Senat vereinbart, dass die Umsetzung von Maßnahmen erforderlich wird.

kfr/dpa
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