Coronakrise Bundesregierung verlängert weltweite Reisewarnung

Reisen bleibt in Corona-Zeiten risikobehaftet. Die Bundesregierung verlängert darum die Warnung vor Reisen in Drittstaaten außerhalb der EU - bis Mitte September.
Passagiere am Frankfurter Flughafen: Tourismusbranche hatte eine stärkere Differenzierung nach Ländern gefordert

Passagiere am Frankfurter Flughafen: Tourismusbranche hatte eine stärkere Differenzierung nach Ländern gefordert

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Die allgemeine Reisewarnung für Drittstaaten außerhalb der EU wird vom Auswärtigen Amt bis zum 14. September verlängert. Das hat eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigt. Zuvor war der Schritt dem SPIEGEL aus Regierungskreisen bestätigt worden. Außenminister Heiko Maas habe die Entscheidung auch im Kabinett vorgetragen, hatte auch die Nachrichtenagentur Reuters gemeldet.

Die Sprecherin begründete den Schritt mit den vielerorts steigenden Corona-Infektionszahlen. "Die Lage wird sich bis Mitte September nicht ausreichend entspannen, um die weltweite Reisewarnung aufheben zu können", sagte sie. Die Reisewarnung gilt für so genannte Drittstaaten - in diese Gruppe fallen Länder, die nicht Mitglied der EU beziehungsweise mit dem Schengenraum assoziiert sind.

Die bisherige Regelung war bis zum 31. August beschränkt, weshalb eine Entscheidung über eine Verlängerung fallen musste. Die Tourismusbranche hatte eine stärkere Differenzierung nach Ländern gefordert.

Eine Reisewarnung  ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Regierungssprecherin appelliert an Vernunft der Bürger

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich nach der Einreise in Deutschland verpflichtend auf das neuartige Coronavirus testen lassen, sofern sie kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich vorsorglich für 14 Tage selbst isolieren. Die Außenamtssprecherin verwies darauf, dass derzeit "oftmals Rückkehrer aus dem Ausland die Infektion nach Deutschland bringen".

Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer rief die Bürger auf, bei der Wahl ihrer Reiseziele Vernunft walten zu lassen. Sie appellierte an die "Verantwortung jedes einzelnen, die Vorgaben einzuhalten und abzuwägen, ob die Reise ins Risikogebiet wirklich unumgänglich ist".

Die Reisewarnung erfolgt unabhängig von der Einstufung von Ländern als Risikogebiete durch das Robert-Koch-Institut. Derzeit besteht zwar für mehr als 160 Länder eine Reisewarnung , aber nur etwas mehr als 130 davon sind als Risikogebiet eingestuft. Für Thailand gilt zum Beispiel eine Reisewarnung, weil dort noch eine Einreisesperre für Touristen gilt, es ist wegen geringer Infektionszahlen aber kein Risikogebiet mehr.

Wegen steigender Infektionszahlen in Europa hat die Bundesregierung die Reisewarnung inzwischen auch für mehrere EU-Regionen reaktiviert. Dazu zählen Spanien mit Ausnahme der Kanaren, Paris und Teile der französischen Mittelmeerküste, die belgische Hauptstadt Brüssel sowie mehrere Gebiete in Rumänien und Bulgarien. Mehrere bei Deutschen beliebte Urlaubsziele wie Ägypten hatten zuletzt gefordert, die Reisewarnung wieder aufzuheben.

Anmerkung: In einer früheren Version hieß es, die Reisewarnung gelte auch für Großbritannien. Wir haben den Fehler korrigiert.

asc/als/dpa/Reuters
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