Corona-Pandemie Spahn ordnet Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten an

Reisende, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren, müssen sich auf das Virus testen lassen. Die Regelung gilt ab Samstag.
Gesundheitsminister Jens Spahn

Gesundheitsminister Jens Spahn

Foto:

JOHN MACDOUGALL/ AFP

Wer aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland zurückreist, muss sich von diesem Samstag an auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Das ordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. Die Tests sollen kostenlos sein.

Dafür soll es insbesondere an den Flughäfen Teststationen geben, auch bei der Einreise mit Bahn oder Auto sollen Testmöglichkeiten bereitgestellt werden. Alternativ ist auch möglich, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. Bereits jetzt gibt es die Möglichkeit für alle Einreisenden, sich binnen 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland kostenlos testen zu lassen.

Spahn verteidigte die Entscheidung, die Tests kostenfrei zur Verfügung zu stellen - sowohl bei der Testpflicht als auch für Rückkehrer aus Nichtrisikogebieten. "Von der Debatte 'Wer sich einen Urlaub leisten kann, kann sich auch den Test leisten', halte ich nichts", sagte er. "Wir dürfen die Frage des Testens nicht zu einer sozialen Frage machen."

Spahn: Testpflicht ist zumutbarer Eingriff in die Freiheit des Einzelnen

Der Gesundheitsminister betonte mit Blick auf die Testpflicht, ihm sei klar, "dass das ein Eingriff in die Freiheit des Einzelnen ist". Dieser Eingriff sei aber "zumutbar". Wenn sich jemand einem Test verweigere, könnten Bußgelder von bis zu 25.000 Euro verhängt werden. Bezahlt werden die Tests laut Spahn aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, steht auf einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI)  - aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Wer aus solchen Risikogebieten kommt, muss sich bisher schon direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden.

Angesichts deutlich steigender Infektionszahlen in Deutschland appellierte der Gesundheitsminister an die Bürger, die Hygieneregeln einzuhalten. "Bleiben wir wachsam", sagte Spahn. Wo das Virus eine Chance habe, breite es sich aus und nehme keine Rücksicht auf die Urlaubszeit. Abstand halten, Mund-Nasen-Schutz und Händewaschen seien ein "kleiner Preis", wenn man bedenke, wie schnell sich die Pandemie ausbreiten könne, sagte Spahn.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zurzeit verzeichne man viele kleinere Ausbrüche etwa bei Familienfeiern oder am Arbeitsplatz. "Die Pandemie ist noch nicht vorbei", sagte Spahn weiter. Jetzt endeten langsam auch die Ferien, viele kämen aus dem Urlaub zurück. Deswegen bestehe die Gefahr, dass die Infektionszahlen weiter stiegen. Spahn forderte für Einreisen aus Drittstaaten in die EU eine Testpflicht. Dafür brauche man eine gemeinsame europäische Lösung.

mes/ulz/dpa/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.