Rasanter Corona-Anstieg Sachsen führt landesweite 2G-Regeln ein

Aufgrund schnell steigender Infektionszahlen soll in Sachsen schon ab dem 8. November eine neue Corona-Schutzverordnung gelten. Das Papier definiert neue Maskenregeln – und harte Einschnitte für Ungeimpfte.
Impfzentrum im sächsischen Dresden

Impfzentrum im sächsischen Dresden

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Sachsen gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern der vierten Coronawelle. Nach Thüringen hat der Freistaat den zweithöchsten Inzidenzwert aller Bundesländer. Nun will die Regierung mit drastischen Schutzmaßnahmen gegensteuern und landesweite 2G-Regeln einführen. Das steht in einer neuen Schutzverordnung, über die das Kabinett am Dienstag beraten hatte. Unter anderem der MDR  berichtet über das Papier.

Künftig sollen nur noch Geimpfte und Genesene die Innenbereiche von Kultur- und Freizeiteinrichtungen, in der Gastronomie, in Bars, Clubs, Diskotheken besuchen können. Auch bei Großveranstaltungen soll das 2G-Konzept angewendet werden – draußen und drinnen. In die Regelung fallen damit auch Fußballspiele. Im öffentlichen Nahverkehr werden zudem FFP-2-Masken Pflicht.

Nach einer verkürzten Anhörungsphase will das Kabinett am Freitag endgültig über die neuen Regeln entscheiden. Die neue Verordnung soll dann bereits am kommenden Montag in Kraft treten. Es gehe um eine »Prävention in der Pandemie«, erklärte Dagmar Neukirch, Staatssekretärin im Sozialministerium. Andernfalls müsste man bei einer Überlastung der Krankenhäuser den Notstand ausrufen.

Niedrigste Impfquote, hohe Infektionszahlen

Sachsen gehört in der Pandemiebekämpfung zu den Krisenländern. Während bundesweit rund 67 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft sind, steht der Freistaat mit gerade mal 56,8 Prozent am Ende der Rangliste der Bundesländer. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies am Dienstag für den Freistaat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 284,4 aus.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass sich der sächsische Kultusminister Christian Piwarz (CDU) mit dem Coronavirus infiziert hat. Nach Auftreten von Erkältungssymptomen habe das sowohl ein Schnelltest als auch ein anschließender PCR-Test bestätigt, teilte das Kultusministerium mit. Piwarz (46), der vollständig geimpft sei, befinde sich seit Montag in häuslicher Quarantäne. Seinen Dienstaufgaben gehe er so weit möglich von Zuhause aus nach, hieß es. Auswärtige Termine würden für die Dauer der Quarantäne abgesagt.

Auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Seine Frau war positiv getestet worden. Kretschmer sagte zunächst bis Freitag alle öffentlichen Auftritte ab. Dann soll ein weiterer Test Klarheit bringen.

mrc/dpa