Hohe Infektionszahlen Sachsen schränkt öffentliches Leben teilweise ein

Sachsen ist derzeit am schwersten von der vierten Welle betroffen. Von Montag an gelten in dem Land strenge Coronaregeln. Kultureinrichtungen müssen schließen, in Gastronomie und Einzelhandel haben Ungeimpfte keinen Zutritt mehr.
Sachsen Ministerpräsident Kretschmer: »Die Situation ist hochdramatisch«

Sachsen Ministerpräsident Kretschmer: »Die Situation ist hochdramatisch«

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Robert Michael / dpa

Sachsen reagiert mit einer Verschärfung seiner Coronamaßnahmen auf die hohen Infektionszahlen. »2G reicht nicht mehr«, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf einer Pressekonferenz zur Begründung der strengeren Regeln. »Die Situation ist hochdramatisch.«

Ab Montag werden demnach in dem Bundesland alle Kultur- und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Ausgenommen davon sind Bibliotheken. Bars, Klubs und Diskotheken bleiben jedoch zu.

Im Bereich Gastronomie und Einzelhandel gilt die 2G-Regel. »Freiheit ohne Verantwortung nennt man Egoismus«, sagte Kretschmer weiter. Es sei klar, dass große Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Auch Weihnachtsmärkte werden nicht stattfinden. Kitas und Schulen sollen hingegen offen bleiben.

»Die niedrige Impfquote ist der eigentliche Grund für diese Situation«, sagte Kretschmer weiter. Sachsen hat im landesweiten Vergleich eine der niedrigsten Impfquoten. Außerdem sollen die Gesundheitsämter wieder die Kontaktnachverfolgung lückenlos gewährleisten können. Sachsen brauche darüber hinaus »mehr Impfbereitschaft«, mahnte der CDU-Politiker an. Für Ungeimpfte in den sächsischen Hotspots mit einer Inzidenz über 1000 gilt ab Montag eine nächtliche Ausgangsbeschränkung.

Auch müssen die Kontakte reduziert werden. Ein Haushalt darf sich demnach mit einer weiteren Person treffen. Nicht gezählt werden dabei Kinder, Geimpfte und Genesene.

Sachsen ist das derzeit am schwersten von der vierten Welle der Pandemie betroffene Bundesland. Dort ist die Sieben-Tage-Inzidenz so hoch wie nirgendwo sonst, zugleich ist die Impfquote am niedrigsten. Das zeigt sich auch in der Belastung der Kliniken, die zunehmend stärker an ihr Limit kommen. Kretschmer hatte deshalb bereits am Donnerstag angekündigt, in seinem Bundesland seien bereits jetzt weitergehende harte Gegenmaßnahmen notwendig.

Schärfere Regeln auch in anderen Bundesländern

Angesichts steigender Infektionszahlen und wachsenden Drucks auf das Gesundheitssystem kündigten aber auch andere Bundesländer nach dem Bund-Länder-Treffen von Donnerstag Verschärfungen an. So gab der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekannt, dass in Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 das öffentliche Leben in weiten Bereichen heruntergefahren werden soll.

Es solle für Ungeimpfte in Bayern ein »De-facto-Lockdown« gelten, kündigte Söder am Vormittag an. Dies werde durch die flächendeckende 2G-Regel erreicht. Außerdem werde es Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte geben. Diese dürfen sich mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen.

Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte schnelle zusätzliche Maßnahmen an. In seinem Land werde eine sogenannte 2G-plus-Regel in Bereichen mit hohem Infektionsrisiko wie Diskotheken und Bars eingeführt. Zu den Maßnahmen gehörten darüber hinaus auch »mögliche Ausgangssperren für Ungeimpfte in Hotspot-Regionen«, sagte er am Donnerstag.

Das Land Hessen setzt die von Bund und Ländern beschlossenen neuen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus ab dem kommenden Donnerstag um. Dann gelte etwa die 2G-Regelung in Innenbereichen von Sportstätten und Restaurants, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag in Wiesbaden. Der Regierungschef sprach von einer »einschneidenden Regelung« für Ungeimpfte.

Für den Arbeitsplatz und öffentliche Verkehrsmittel gilt die 3G-Regel, für Hotels 2G bei Privat- und 3G bei Dienstreisen. Diskotheken, Bars und Prostitutionsbetriebe werden dem sogenannten 2G-plus-Regime unterworfen. Dort brauchen also auch Geimpfte und Genesene künftig einen tagesaktuellen Test.

asc/AFP
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