Nach Thüringens Vorstoß Auch Sachsen kündigt "Paradigmenwechsel" bei Corona-Maßnahmen an

Die sächsische Regierung will laut Gesundheitsministerin Köpping dem Vorbild Thüringens folgen und ihre Corona-Maßnahmen weitgehend aufheben. Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln blieben aber enorm wichtig.
Sachsens Gesundheitsministerin Köpping: "Viel hängt davon ab, dass die Menschen Verantwortung übernehmen"

Sachsens Gesundheitsministerin Köpping: "Viel hängt davon ab, dass die Menschen Verantwortung übernehmen"

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Robert Michael/ dpa

Bodo Ramelow machte in Thüringen den Anfang, nun zieht Sachsen nach: Die Regierung von Ministerpräsident Michael Kretschmer will nach Angaben von Gesundheitsministerin Petra Köpping ebenfalls ihre Corona-Strategie grundlegend ändern.

"Wenn die Zahl der Neuinfektionen weiterhin stabil auf einem niedrigen Niveau bleibt, planen wir für die Zeit ab dem 6. Juni in der nächsten Corona-Schutzverordnung einen Paradigmenwechsel", sagte Köpping. "Statt wie jetzt generell Beschränkungen zu erlassen und davon viele Ausnahmen für das zu benennen, was wieder möglich ist, wird dann generell alles freigegeben und nur noch das Wenige an Ausnahmen benannt, was noch nicht möglich sein wird." Zuvor hatte die "Leipziger Volkszeitung"  über das Vorhaben berichtet.

Abstandsgebot und Maskenpflicht sollen in Sachsen bestehen bleiben

Die Regierung beobachte das Infektionsgeschehen sehr genau, um zu beurteilen, wie die aktuellen Maßnahmen wirken, sagte die SPD-Politikerin. "Viel hängt davon ab, dass die Menschen Verantwortung übernehmen und sich an Abstandsgebot und Maskenpflicht halten. Man sieht bei den Infektionen in Gaststätten, Schulen, Kitas oder Gottesdiensten, wie schnell es zu einem Ausbruch kommen kann." Ob und wann die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung und zum Abstandhalten aufgehoben wird, sollte bundesweit gemeinsam entschieden werden.

Thüringens Ministerpräsident Ramelow (Linke) hatte am Wochenende angekündigt, die allgemeinen Corona-Schutzmaßnahmen vom 6. Juni an aufzuheben. Stattdessen soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben. Für diese Ankündigung handelte sich Ramelow Kritik von Spitzenpolitikern mehrerer Parteien ein. Berichten zufolge wurde sogar die Sitzung des Corona-Kabinetts am Montag kurzfristig abgesagt, weil es dringenden Gesprächsbedarf zwischen Bund und Ländern gebe.

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Ramelow verteidigte seinen Vorstoß im MDR: "Ich habe nicht gesagt, dass die Menschen sich umarmen sollen oder den Mund-Nasen-Schutz abnehmen und sich küssen sollen", sagte der Ministerpräsident. Es gebe jetzt keinen Grund, leichtfertig zu werden. "Das heißt, dass bewährte Regelungen wie das Abstandhalten nicht aufhören sollen."

mes/dpa
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