Demonstrationen gegen Maßnahmen Tausende gehen wegen Coronapolitik auf die Straße

Bundesweit wurde am Wochenende gegen die Coronamaßnahmen demonstriert. Doch auch die Gegenveranstaltungen nahmen zu.
Teilnehmer einer Demonstration gegen Coronaeinschränkungen am 12. Februar 2022 in der Schweriner Innenstadt

Teilnehmer einer Demonstration gegen Coronaeinschränkungen am 12. Februar 2022 in der Schweriner Innenstadt

Foto: Danny Gohlke / dpa

Tausende sind am Samstag in zahlreichen Städten Deutschlands auf die Straße gegangen, um Unmut über die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie zu äußern. Von Flensburg im Norden bis Freiburg im Süden, von Trier im Westen bis Cottbus im Osten kamen sie zum Protest zusammen, vielerorts versammelten sich aber auch Gegendemonstranten.

In Reutlingen zählte die Polizei bei einem sogenannten Aufzug etwa 7500 Personen und bei einer stationären Versammlung 1000. In Augsburg zählte die Polizei bei mehreren Aufzügen »zu Spitzenzeiten« etwa 4300 Teilnehmer, in Freiburg und Berlin jeweils etwa 3000 Teilnehmende, in Osnabrück 1200. In Schwerin kamen mehr als 600 Demonstranten zusammen, in Erfurt rund 150, in Salzgitter gab es einen Autokorso mit etwa 20 Fahrzeugen. Laut Polizei blieb es bei den Protesten und Gegendemonstrationen überwiegend friedlich.

Wenig Zwischenfälle

In Ulm ermittelt die Polizei nach einer unangemeldeten Versammlung vom Freitagabend gegen einen 32-Jährigen, weil er eine Axt und eine Gasmaske mitgebracht hatte. In Brandenburg an der Havel wurde – wie schon am Mittwoch – eine nicht angemeldete Demonstration aufgelöst. Es habe mehrere Platzverweise gegeben, zwei Teilnehmer seien in Gewahrsam genommen worden, berichtete die Polizei. Auch in Cottbus wurden von der Polizei am Abend mehrere Personengruppen festgestellt. Die Menschen seien mehrfach aufgefordert worden, die Versammlungen zu beenden, berichtete ein Polizeisprecher. Nach Angaben eines dpa-Reporters wurde eine Gruppe von Beamten eingekesselt.

Seit Wochen protestieren immer wieder vor allem Gegner der Coronamaßnahmen. Dabei sind regelmäßig Zehntausende im ganzen Land unterwegs. Häufig bezeichnen die Organisatoren die Veranstaltungen als sogenannte Spaziergänge und melden sie nicht bei den Behörden an. Mehrere Städte haben solch unangemeldete Proteste untersagt. Vermehrt bildet sich inzwischen auch Protest gegen diese angeblichen »Spaziergänge«.

In Berlin zogen die Demonstranten am Samstagnachmittag vom Brandenburger Tor in Richtung Hauptbahnhof. Auf Plakaten wurden Slogans gezeigt wie »Pflege mit Herz, ohne Impfpflicht«  und »Freiheit statt Angst«. Politische Symbole waren laut dem Internetaufruf der Organisatoren »unerwünscht«. Die Protestler fordern im Internet »die Anerkennung der natürlichen Immunität«, »ein Ende aller Maßnahmen« und eine freie Impfentscheidung.

Erneut protestierten auch in Düsseldorf, der Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Tausende gegen die Coronamaßnahmen. Sie trafen sich am Rheinufer zu einem Zug durch die Innenstadt. Auf Bannern und Plakaten wandten sie sich gegen einen Impfzwang. Parteien wie Grüne und SPD Düsseldorf hatten zu Gegenprotesten aufgerufen und wollten »Querdenkern«  Rote Karten zeigen. Mehrere Treffpunkte waren dafür entlang des Demonstrationszugs angemeldet worden.

dak/afxp
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