Umfrage vor Corona-Gipfel Mehrheit der Deutschen befürwortet Obergrenze für Privatpartys

Im Kampf gegen das Coronavirus wollen Bund und Länder die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern begrenzen. Eine SPIEGEL-Umfrage zeigt: Die meisten Deutschen unterstützen diese Pläne.
Familienfeier im Freien

Familienfeier im Freien

Foto: Hinterhaus Productions / Getty Images

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen, im Herbst könnte sich die Lage noch einmal zuspitzen. Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten daher an diesem Donnerstag über weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus (lesen Sie hier die Details).

Im Blick hat die Runde dabei auch private Feiern. "Leider haben die letzten Wochen gezeigt, dass gerade Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis Infektionen verbreiten können", heißt es in der Beschlussvorlage für die Schaltkonferenz. Daher wird erwogen, den Umfang solcher Feiern künftig mit einer "Rahmenvorgabe" zu begrenzen: An Feiern in der eigenen Wohnung oder auf dem eigenen Grundstück sollen demnach noch maximal 25 Menschen teilnehmen können, in angemieteten Räumen 50 Personen.

Die meisten Deutschen hätten offenbar Verständnis für derartige Beschränkungen. Die Frage "Sollten zur Bekämpfung des Coronavirus bundesweit einheitliche Personenobergrenzen eingeführt werden?"  beantworteten bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL mehr als zwei Drittel mit "ja, auf jeden Fall" oder mit "Eher ja". Nur etwas mehr als 25 Prozent antworteten auf diese Frage mit "Eher nein" oder mit "Nein, auf keinen Fall".

Sehr große Unterstützung für die Pläne gibt es vor allem bei den Anhängern von CDU/CSU, SPD, Grünen und der Linken. Kritischer sind dagegen die Sympathisanten der FDP. Von den Anhängern der AfD befürworten nicht einmal 33 Prozent einheitliche Teilnehmerbeschränkungen für private Feierlichkeiten.

Merkel und die Ministerpräsidenten beraten erstmals seit Juni wieder über die Strategie zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Grundsätzlich geht es darum, ob man wieder zu einheitlicheren Regeln gelangen kann, nachdem die Länder in den vergangenen Wochen stets eigene Maßnahmen ergriffen hatten.

Auch bei der Frage über die Höhe der Personenobergrenze wird das Vorhaben von Bund und Ländern unterstützt: Die meisten (fast 37 Prozent) sprechen sich für bis zu 25 Personen aus, mehr als 30 Prozent plädieren sogar für weniger als zehn Personen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte seine Forderung nach bundesweit einheitlichen Corona-Regeln schon vor der Sitzung von Merkel mit den Länderchefs bekräftigt. "Es wäre gut, wenn wir einen Mechanismus haben, der für alle gilt", sagte Söder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Es gebe steigende Infektionszahlen, etwa durch Reiserückkehrer, und eine "Fülle von Städten, wo wir echte Probleme haben". "Das dürfen wir nicht ignorieren", sagte Söder.

Er räumte regionale Unterschiede etwa zwischen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ein, aber ein einheitlicher Mechanismus sei sinnvoll. "Der Regelmechanismus muss sein: Dort, wo die Zahlen steigen, müssen die Maßnahmen mehr greifen", sagte Söder.

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