Corona-Risikogruppe Erntehelfer Das Klöckner-Chaos

Zehntausende Saisonarbeiter durften einreisen, angeblich unter strengen Auflagen. Doch die Zuständigkeiten sind unklar. Die Landwirtschaftsministerin schiebt die Verantwortung ab.
Landwirtschaftsministerin Klöckner: "Jetzt ist sie auch politisch verantwortlich"

Landwirtschaftsministerin Klöckner: "Jetzt ist sie auch politisch verantwortlich"

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Christian Spicker/ imago images/Christian Spicker

Das Land war wegen des Coronavirus gerade in einen Ruhemodus gefallen, da schlugen die Bauern Alarm. Ohne Saisonarbeiter aus Osteuropa sei die Ernte in Gefahr und damit auch die Betriebe. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) nahm sich der Sache an. Sie einigte sich mit Innenminister Horst Seehofer (CSU): 80.000 Saisonarbeiter dürfen bis Ende Mai einreisen, mitten in der Pandemie. Es war eine der umstrittensten Ausnahmen von den Corona-Beschränkungen.

Von "strengen Regeln" sprach Klöckner daher am 2. April auf einer Pressekonferenz. Einreise nur per Flugzeug. Gesundheitscheck am Flughafen. Abholung durch Betriebe. 14 Tage nur Kontakt zu den Menschen im eigenen Arbeitsteam von maximal 20 Menschen. Auflagen, beschrieben in einem sechsseitigen gemeinsamen "Konzeptpapier" von Landwirtschaftsministerium (BMEL) und Innenministerium (BMI). Es klang einfach und klar.

Einen Monat später ist wenig einfach und kaum etwas klar. Im April sind gut 24.000 Erntehelfer offiziell eingereist, auf sieben Flughäfen, sie haben sich verteilt übers ganze Land, vor allem um Spargel zu stechen. So viel lässt sich mit großer Sicherheit sagen, wenn man fragt, was die Folgen dieser Entscheidung sind. Viel mehr allerdings nicht.

Von den strengen Regeln ist nämlich noch immer wenig zu sehen. Nicht einmal die Betriebe wissen immer, woran sie sich zu halten haben. Geschweige denn die Behörden vor Ort. Sogar die Bundesregierung ist uneins.

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