Coronapandemie Robert Koch-Institut stuft Gefahrenlage für Deutschland herunter

In Deutschland entspannt sich die Situation in der Coronakrise. Das Robert Koch-Institut stuft daher die Risikobewertung herunter – von »sehr hoch« auf »hoch«.
Langsames Lockern: In Monschau sitzen Menschen auf dem Marktplatz in der Außengastronomie

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Foto: Jonas Güttler / dpa

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft die Gefahrenlage für Deutschland im Rahmen der Coronapandemie von »sehr hoch« auf »hoch« herunter. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf einer Pressekonferenz. Zugleich warnte er davor, dass die Krise noch nicht vorbei sei. »Die Lage wird deutlich besser, aber wir sind noch mitten in der Pandemie.«

Die niedrigen Infektionszahlen und die gute Impfkampagne ließen diese Einschätzung zu, sagte Spahn: »Wir haben uns das hart erarbeitet durch viel Verzicht, durch Testen und durch Impfen.«

Das RKI berücksichtigt für die Risikobewertung mehrere Faktoren wie die Übertragbarkeit des Virus, die Krankheitsschwere und die Belastung des Gesundheitssystems. »Es ist eine Einschätzung für uns alle, wo wir stehen«, sagte Spahn. Automatische Handlungsschritte ergäben sich daher nicht. Weitere Öffnungen sind durch die neue Bewertung aber wahrscheinlicher. Am 11. Dezember 2020 hatte das RKI die Gefahr für Deutschland als »sehr hoch« eingestuft.

Spahn spricht von einem guten Sommer

Der Sommer könnte gut werden, sagte Spahn weiter. Auch RKI-Chef Lothar Wieler gab sich optimistisch. Er sagte, man sei auf den »letzten Metern des Marathons« im Kampf gegen die Pandemie. Die dritte Welle in Deutschland sei gebrochen. Dennoch sei es wichtig, die Hygieneregeln weiter einzuhalten. »Wir brauchen die Maßnahmen, und wir brauchen die Impfungen«, sagte er.

Bis Mitte Juli wird nach jetzigem Stand 80 bis 90 Prozent aller Impfwilligen ein Impfangebot gemacht werden können, wie Spahn sagte. Dies gelte unter Berücksichtigung der bis jetzt zugesagten Liefermengen an Impfdosen und schließe nicht das Angebot des Herstellers Johnson & Johnson ein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Chef des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler auf dem Weg zur Pressekonferenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Chef des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler auf dem Weg zur Pressekonferenz

Foto: ANDREAS GORA / POOL / EPA

Nach Einschätzung von Wieler sind mehr Impfungen für weitere Öffnungsschritte in Deutschland nötig. »Impfen lassen, wann immer ein Impfangebot gemacht wird«, sagte er. Momentan seien 18 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, um aber weitestgehend auf Maßnahmen zu verzichten, müssten mindestens 80 Prozent geschützt sein.

Leichter Anstieg bei Neuinfektionen

Das RKI verzeichnete zuletzt 1785 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 126 Fälle weniger als eine Woche zuvor. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 35,2. Am Tag zuvor betrug der Wert 35,1. Spahn und Wieler zeigten sich davon aber nicht beunruhigt. »Einen Tag sollten wir nicht so rum oder so rum deuten«, sagte Spahn. Ein Ausbruch in einem einzelnen Betrieb könne bei so geringen Inzidenzzahlen dafür verantwortlich sein.

153 weitere Menschen starben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der gemeldeten Todesfälle auf 88.595. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,68 Millionen Coronatests positiv aus.

lau