Trotz Corona-Notbremse Saarland hält an Öffnungsmodell fest

Vielerorts im Saarland greift die Corona-Notbremse. Das bedeutet eine Zwangspause für die Öffnungen im »Saarland-Modell«. Die Landesregierung sieht aber keinen Anlass für einen Kurswechsel.
Gäste in der Außengastronomie in Saarbrücken

Gäste in der Außengastronomie in Saarbrücken

Foto: BeckerBredel / imago images/BeckerBredel

Das Gesetz für die bundesweit einheitliche Corona-Notbremse ist beschlossen – und greift nun auch im Saarland. In drei Landkreisen und im Regionalverband Saarbrücken liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an drei Tagen hintereinander über 100. Neben dem Regionalverband sind die Kreise St. Wendel, Saarlouis und Neunkirchen betroffen.

Das bedeutet dort auch eine Zwangspause für das »Saarland-Modell«, das Öffnungen auf der Basis von Tests ermöglicht. Die Landesregierung von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sieht keinen Grund, von ihrem Vorgehen abzuweichen.

»Wir halten auch weiterhin an unserem Modell fest«, teilte Hans mit. »Das Saarland-Modell ist ein langfristig angelegtes Management-Modell, mit dem wir die Coronapandemie nachhaltig kontrollieren werden.« Anreize zum Testen seien »ein Schlüssel in der Pandemiebekämpfung«.

Wegen der Notbremse müssen nun aber vorerst in den betroffenen Regionen Außengastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Theater, Kinos und Fitnessstudios wieder schließen. Sie standen seit dem Start des »Saarland-Modells« am 6. April Personen offen, die negativ auf Corona getestet worden waren. Zudem gibt es nun eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 22 Uhr bis 5 Uhr. Einkaufen geht nur mit Termin plus negativem Corona-Test. Private Treffen sind auf einen Haushalt und eine weitere Person beschränkt.

In zwei Landkreisen, dem Saarpfalz-Kreis und dem Kreis Merzig-Wadern, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch unter 100 oder hat diesen Wert nicht drei Tage in Folge überschritten. Dort gilt laut Landesregierung weiterhin das »Saarland-Modell« – derzeit auf Ampelstufe Gelb. Dort sind Außengastronomie und andere Einrichtungen weiter geöffnet. Das Alkohol-Ausschankverbot wurde von 23 Uhr auf 22 Uhr herabgesetzt.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sagte: »Es ist an uns allen, mit Vorsicht und der Einhaltung der Regeln dafür zu sorgen, dass das Infektionsgeschehen schnell wieder runtergeht und Öffnungen von Geschäften und der Gastronomie wieder möglich werden.«

ulz/dpa
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