Pandemie Söder fordert bundesweite 3G-Pflicht am Arbeitsplatz

Die Zahl der Coronainfektionen steigt rasant. Der bayerische Ministerpräsident drängt nun einmal mehr auf schärfere Vorschriften – und kritisiert die Ständige Impfkommission.
Markus Söder (CSU): Mehr Vorschriften angesichts steigender Coronazahlen

Markus Söder (CSU): Mehr Vorschriften angesichts steigender Coronazahlen

Foto: Peter Kneffel/ DPA

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für eine 3G-Pflicht in Unternehmen ausgesprochen. Hintergrund sind die stark steigenden Coronazahlen. »Es braucht verpflichtend 3G am Arbeitsplatz in ganz Deutschland«, sagte Söder den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Damit hätten nur Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete Zugang zu Betrieben. Die Arbeitgeber müssten zudem das Recht haben, »zu fragen, ob die Angestellten geimpft sind oder einen Test gemacht haben«, erklärte Söder.

Die »jetzige Situation des Datenschutzes« sei »nicht sachgerecht« und erschwere den Kampf gegen Corona.

Zugleich erhöhte er den Druck auf die Ständige Impfkommission, die eine auffrischende Impfung erst für Menschen ab 70 empfiehlt. »Es würde helfen, wenn sich die Ständige Impfkommission zu einer allgemeinen Booster-Empfehlung durchringt«, sagte Söder. »Eine Auffrischung muss für jeden möglich sein, der sie braucht und will.«

Söder verlangte, Schnelltests sollten in größerem Umfang wieder kostenlos angeboten werden. Außerdem sprach er sich für eine bundesweite Coronaampel aus. »Wo wir Hotspots haben und eine Überlastung des Gesundheitssystems droht, ist deutlich mehr 2G als bislang nötig«, sagte er. 2G bedeutet, dass es nur für Geimpfte oder Genesene Zugang zu Gebäuden oder Veranstaltungen gibt.

An den Deutschen Ethikrat appellierte Söder, eine Impfpflicht für Pflegepersonal zu überdenken. »Ich würde den Ethikrat bitten, sich mit der Frage einer Impfpflicht noch einmal grundlegend zu beschäftigen.«

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg deutschlandweit auf knapp 184, wie das Robert Koch-Institut am Samstagmorgen mitteilte. Das heißt: Von 100.000 Menschen haben sich binnen einer Woche 184 mit dem Coronavirus infiziert.

sms/dpa/AFP
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