Stimmenfang - Der Politik-Podcast Wie Soloselbstständige bei den Corona-Soforthilfen vergessen werden

Die Regierung lasse niemanden allein, versprachen Olaf Scholz und Peter Altmaier im März. Doch Soloselbstständige dürfen von den Corona-Soforthilfen nur ihre Betriebskosten bezahlen. Fallen sie gerade durchs Raster?

Mit der staatlichen Soforthilfe, dachte Musikerin Vera Klima, sei diese Coronakrise schon zu überstehen. Zwar waren ihr Ende März gerade die Auftritte für zwei Monate abgesagt worden, ein Einkommensverlust von fast 3000 Euro - aber die schnelle Reaktion des Staats nahm ihr die Existenzangst. Es sollte nicht lange anhalten.

Nur zwei Wochen später war klar: Vera Klima wird von ihrer erhaltenen Soforthilfe nur einen Bruchteil behalten können: für die Betriebskosten. "Aber die machen bei Musikern ja nur einen kleinen Teil der Ausgaben aus", sagt sie. Proberaum, Transporter, aber sonst? "Den Großteil meines Einkommens brauche ich für Essen und Miete, doch dafür bekomme ich nichts."

In der gleichen Situation stecken gerade Hunderttausende Selbstständige in Deutschland. Und das, obwohl Wirtschaftsminister Peter Altmaier zu Beginn der Krise noch versprach: "Wir lassen niemanden allein"; und Finanzminister Olaf Scholz groß verkündete, man könne allen helfen, es sei nämlich genug Geld da. In der neuen Folge von Stimmenfang, dem SPIEGEL-Politik-Podcast, geht es deshalb um die Corona-Soforthilfen für Selbstständige und die Frage, ob der Staat sein Versprechen nicht gehalten hat?

Wir sprechen mit Selbstständigen wie Vera Klima, die sich von den Behörden allein gelassen fühlen. Gleichzeitig hören wir aber auch von Menschen, die es ganz anders empfinden, denen die Soforthilfen ihre Existenz gerettet haben. Und mit unserem Kollegen Michael Kröger aus dem SPIEGEL-Wirtschaftsressort reden wir über die politischen Entscheidungen hinter den Soforthilfen.

Michael Kröger sagt, das große Problem mit den Soforthilfen für Soloselbstständige sei deren Zuschnitt: "Die Betroffenen, denen eigentlich geholfen werden müsste, werden nicht erreicht." Der Staat habe mit diesen Hilfspaketen eben unbekanntes Gebiet betreten: "Und dabei wurden Fehler gemacht, keine Frage. Denn wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Ich unterstelle niemandem eine böse Absicht. Aber die Fehler wurden gemacht und lassen sich nicht von der Hand weisen."

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