SPIEGEL-Umfrage zu Weihnachten Große Mehrheit fühlt sich durch Zehn-Personen-Regeln nicht eingeschränkt

Wie anders wird Weihnachten unter Corona-Bedingungen? Die Obergrenze für Besuche sehen die Deutschen laut einer SPIEGEL-Umfrage kaum als Problem, viele wollen sich freiwillig zurückhalten – mit Ausnahmen.
Weihnachten 2020: Mit Mund-Nasen-Schutz vorm Tannenbaum

Weihnachten 2020: Mit Mund-Nasen-Schutz vorm Tannenbaum

Foto: miljko / Getty Images

An Weihnachten dürfen im "engsten Familien- oder Freundeskreis" maximal zehn Personen aus unbegrenzt vielen Haushalten zusammenkommen, Kinder bis 14 Jahre sind ausgenommen. Darauf haben sich Bund und Länder in dieser Woche verständigt.

Was bedeutet diese Zehn-Personen-Obergrenze konkret für die Weihnachtspläne der Deutschen?

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL zeigt: Für die große Mehrheit spielt die Begrenzung keine Rolle. Mehr als 70 Prozent gaben an, ihr Weihnachtsfest deshalb nicht anders verbringen zu müssen als geplant. Nur rund 23 Prozent erklärten, wegen der Obergrenze an den Feiertagen nun umplanen zu müssen.

Knapp zwei Drittel der Befragten mit Kindern im eigenen Haushalt gaben an, das Weihnachtsfest nicht umplanen zu müssen. Bei Befragten aus kinderlosen Haushalten waren es sogar drei Viertel der Befragten.

Die Einigkeit besteht nahezu über alle politischen Lager hinweg. Die stärksten Abweichungen gab es lediglich bei Anhängerinnen und Anhängern der AfD: Hier sagte ein Drittel der Befragten, aufgrund der neuen Bund-Länder-Regeln ihr Weihnachten umplanen zu müssen, auch ein Viertel der befragten Linken-Anhänger bejahte.

Die wenigsten Probleme mit der Zehn-Personen-Regel äußerten Wählerinnen und Wähler der Grünen: Nur 18 Prozent meinten, die Weihnachtstage neu organisieren zu müssen.

Viele Deutsche haben zudem vor, ihre Kontakte über die Feiertage freiwillig zu beschränken.

So antworteten 60 Prozent auf die Frage, ob sie dieses Weihnachten weniger direkten Kontakt zu anderen Menschen als im Vorjahr planen, mit Ja. 30 Prozent wollen so feiern wie immer, gut ein Zehntel war noch unentschlossen.

Das Bild ändert sich erst mit Blick auf die Parteipräferenz. Demnach gaben je mehr als zwei Drittel der Anhängerinnen und Anhänger von CDU/CSU, SPD und Grünen an, dieses Jahr auf Kontakte verzichten zu wollen, mehr als die Hälfte der Linken-Anhänger bejahten ebenfalls.

Nur bei FDP und AfD ändert sich das Bild: Hier wollen jeweils deutlich mehr als die Hälfe der Befragten auch in diesem Jahr mit so vielen Menschen feiern wie im Vorjahr.

Im Land Berlin soll wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen die Fünf-Personen-Kontaktbeschränkung auch über die Festtage bestehen bleiben, lediglich die Beschränkung auf zwei Hausstände wird nach Angaben von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) gelockert.

mrc