Beschluss von Bund und Ländern Ungeimpfte müssen ab Mitte Oktober für Corona-Schnelltests zahlen

Die bislang kostenlosen Bürgertests werden bis auf wenige Ausnahmen nicht länger bezuschusst. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Auch die Testpflicht für Innenräume wird ausgeweitet.
Eine Mitarbeiterin in einem Testzentrum in Hannover

Eine Mitarbeiterin in einem Testzentrum in Hannover

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Wer nicht geimpft ist, muss nach dem Willen von Bund und Ländern seinen Corona-Schnelltest ab Herbst selbst bezahlen, wenn er am öffentlichen Leben teilnehmen will. Die bislang kostenlosen Bürgertests sollen ab 11. Oktober nicht mehr bezuschusst werden. Darauf einigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten nach SPIEGEL-Informationen bei einer gemeinsamen Videokonferenz.

Ausnahmen sind für Personen geplant, die – etwa aus gesundheitlichen Gründen – nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt (insbesondere Schwangere sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren).

Die Maßnahme zielt vor allem darauf ab, die ins Stocken geratene Impfkampagne anzukurbeln. Wer nicht geimpft oder genesen ist, braucht bei Aufenthalten in öffentlichen Innenräumen – wie Restaurants oder Kinos – weiterhin einen negativen Test, um am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das kann ein Antigen-Schnelltest sein, der nicht älter ist als 24 Stunden ist, oder ein negativer PCR-Test, der nicht älter ist als 48 Stunden ist.

Bislang war es Bürgerinnen und Bürgern möglich, mindestens einmal wöchentlich kostenlose Schnelltests machen zu lassen. Wie viel die Schnelltests künftig kosten, liegt in den Händen der Anbietenden privater Testzentren. In der Vergangenheit gab es Angebote zwischen 20 und 30 Euro je Schnelltest.

Generelle Testpflicht für Innenräume beschlossen

Ebenfalls beschlossen wurde eine generelle Testpflicht für Innenräume. Diese greift ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Strenger als bisher wird dann der Zugang zu folgenden Räumen immer von einem Impf- oder Genesenennachweis oder einem Test abhängen:

  • Krankenhäuser und Pflegeheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe

  • Innengastronomie

  • Teilnahme an Veranstaltungen und Festen in Innenräumen

  • Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen (etwa beim Friseur)

  • Sport im Innenbereich, etwa im Schwimmbad oder Fitnessstudio

  • Beherbergung (es gilt ein Test bei Anreise und zwei Mal pro Woche während des Aufenthalts)

Die Regelung soll für alle Personen ab 6 Jahren gelten.

Bereits am frühen Dienstagnachmittag hatte sich die Runde darüber hinaus auf einen umfangreichen Aufbaufonds nach der Flutkatastrophe im Juli verständigt. Bund und Länder sollen gemeinsam 30 Milliarden Euro bereitstellen, eine Sondersitzung des Bundestags zur Abstimmung über das Paket ist für Ende August geplant.

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