Corona-Impfkampagne Bund und Länder heben Priorisierung für AstraZeneca auf

Gesundheitsminister Spahn hat ein ambitioniertes Ziel für die Impfung von 12- bis 18-Jährigen ausgegeben: Sie sollen bis Ende August ein Angebot erhalten. Für AstraZeneca wird zugleich die Priorisierung komplett aufgehoben.
Bald Vergangenheit? Maskentragende Schülerinnen und Schüler beim Unterricht an einer Schule in Bayern

Bald Vergangenheit? Maskentragende Schülerinnen und Schüler beim Unterricht an einer Schule in Bayern

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Bund und Länder haben die Priorisierung bei der Impfung mit der Vakzine von AstraZeneca aufgehoben. Dies teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin nach Beratungen mit seinen Länderkollegen in Berlin mit. Auch soll die Zweitimpfung nicht mehr zwingend erst nach zwölf Wochen erfolgen, sagte Spahn.

Es liege dann im Ermessen des Arztes, wann der vollständige Impfschutz eintrete. In Arztpraxen sollen künftig die Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit dem Impfling nach »ärztlichem Ermessen« entscheiden, wer wann welche Vakzine bekommt.

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Zudem vereinbarten Bund und Länder, den 12- bis 18-Jährigen in Deutschland bis Ende August ein Impfangebot mit der Vakzine von Biontech/Pfizer zu machen. Demnach sollen die Länder bis Ende Mai ein Konzept erarbeiten, wie genau die Impfungen vorgenommen werden sollen. Voraussetzung für diesen Zeitplan ist, dass der Impfstoff im Frühsommer für Personen ab zwölf Jahren zugelassen wird.

Mit einer entsprechenden Zulassung für 12- bis 15-Jährige wird im Juni gerechnet. Laut Rechnung des Gesundheitsministeriums sind für die Impfung der 12- bis 18-Jährigen in Deutschland etwa zehn Millionen Biontech-Impfdosen notwendig.

Die Pläne hatte Spahn zuvor in einem Beschlussentwurf an die Gesundheitsminister der Länder geschickt. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor. Wörtlich heißt es darin über die Impfung der Kinder und Jugendlichen: »Dies kann beispielsweise durch ausdrückliche Einladung dieser Jahrgänge in die Impfzentren geschehen, durch Reihenimpfungen in den Schulen oder auf vergleichbaren Wegen.«

mrc/mfh/Reuters/dpa
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