Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste Verfassungsschutz warnt Corona-Forschende vor Cyberattacken

Um die Entwicklung eines vielversprechenden Corona-Impfstoffs ist ein Wettrennen entbrannt – und auch Hackerangriffe sind laut Verfassungsschutz möglich. Deutsche Firmen und Forschende seien "sensibilisiert" worden.
Eine Biologielaborantin mit Proben auf das Sars-CoV-2-Virus in einem Labor in Schleswig-Holstein

Eine Biologielaborantin mit Proben auf das Sars-CoV-2-Virus in einem Labor in Schleswig-Holstein

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Vor gut zwei Wochen hatten Unbekannte die Homepage des Robert Koch-Instituts angegriffen – und über mehrere Stunden hinweg lahmgelegt. Nun gab der Verfassungsschutz bekannt, bereits seit Monaten deutsche Unternehmen, die Forschungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie betreiben, für solche Cyberattacken zu sensibilisieren.

Alle diese Unternehmen seien seit Mai in allgemeiner Form über mögliche Hackerattacken und Spionageangriffe durch ausländische Geheimdienste aufgeklärt worden, teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit. Die Firmen wurden demnach gebeten, bei "Auffälligkeiten" das Bundesamt oder die Verfassungsschutzbehörden der Länder zu kontaktieren.

Über Cyberattacken hinaus seien "verstärkte Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste" im Bereich solcher Unternehmen und wissenschaftlicher Einrichtungen zu befürchten, die an Impfstoffen, Medikamenten, Antikörpertests und weiteren Innovationen mit unmittelbarem Bezug zur Corona-Pandemie forschten.

Die Mainzer Firma Biontech hat zusammen mit dem US-Konzern Pfizer einen vielversprechenden Corona-Impfstoffkandidaten entwickelt. Am Montag hatten beide Unternehmen mitgeteilt, dass das Mittel zu 90 Prozent gegen das neuartige Coronavirus wirke. In der kommenden Woche wollen Biontech und Pfizer in den USA eine beschleunigte Zulassung beantragen.

mrc/dpa
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