Corona-Warnstufe Mit Hamburg überschreitet eine weitere Großstadt den Inzidenzwert von 50

Auf Hamburg kommen strengere Corona-Maßnahmen zu: Der Stadtstaat hat die kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das hat Folgen für das öffentliche und private Leben.
Alster in Hamburg

Alster in Hamburg

Foto: Georg Wendt / dpa

Hamburg hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die Gesundheitsbehörde gab den Wert für den Stadtstaat am Montag mit 50,6 an . Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn der Grenzwert in Regionen überschritten wird.

Dazu gehört, dass sich im öffentlichen Raum nur noch zehn Personen treffen dürfen. Bei Feiern dürfen in der Öffentlichkeit lediglich zehn Menschen zusammenkommen, im privaten Raum maximal zehn Leute aus höchstens zwei Haushalten. Eine Sperrstunde in der Gastronomie gilt in Hamburg bereits seit dem vergangenen Samstag. Veranstaltungen wurden schon auf 100 Teilnehmer beschränkt.

Bei Kontrollen der Sperrstunde wurden in der Nacht zum Sonntag fast 150 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Mehr als 300 Örtlichkeiten wurden nach Angaben einer Polizeisprecherin überprüft. Vier Betriebe mussten geschlossen werden.

Die Gesundheitsbehörde in Hamburg ermittelt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner anhand etwas anderer Kriterien und Werte als das RKI, deshalb weicht die Zahl von der Angabe der Bundesbehörden ab. Für den Umgang mit der Pandemie ist in Hamburg die regional ermittelte Zahl entscheidend.

Vor Hamburg haben bereits einige andere Metropolen den kritischen Inzidenzwert von 50 überschritten, darunter Berlin, München, Bremen und Frankfurt am Main. Hamburgs Erster Bürgermeister hatte vor wenigen Wochen im SPIEGEL-Interview gesagt , die Pandemie werde "letztlich in den Metropolen entschieden".

Kommt der Anstieg der Infektionszahlen mit den genannten Maßnahmen nicht innerhalb von zehn Tagen zum Stillstand, sollen Kontakte nach Vereinbarung von Bund und Ländern strikt reduziert werden: Im öffentlichen Raum dürfen sich dann nur noch fünf Menschen oder Angehörige zweier Haushalte treffen.

Berufsschüler und Oberstufenschüler an den allgemeinbildenden Schulen sowie deren Lehrer müssen in Hamburg seit Montag - dem ersten Tag nach den Herbstferien - auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Schulsenator Ties Rabe (SPD) schloss aber nicht aus, dass es bei massiv steigenden Infektionszahlen weitere Einschränkungen geben wird. Voraussetzung sei, dass der 7-Tage-Wert massiv über 50 steigt.

mes/dpa