Vor Bund-Länder-Gipfel Nur 7141 Neuinfektionen? RKI-Angaben offenbar unvollständig

Das Robert Koch-Institut meldet 5000 Corona-Neuinfektionen weniger als in der Vorwoche – darunter sind nur zwei in ganz Rheinland-Pfalz. Steckt eine Datenpanne dahinter? Das RKI prüft.
Das Covid-19-Dashboard des Robert Koch-Instituts auf einem Smartphone

Das Covid-19-Dashboard des Robert Koch-Instituts auf einem Smartphone

Foto: Rüdiger Wölk / imago images

An Montagen sind die neu gemeldeten Corona-Infektionszahlen für gewöhnlich niedriger als an anderen Werktagen. Viele Gesundheitsbehörden übermitteln am Wochenende keine aktuellen Daten. Die für diesen Montag vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Zahlen sind im Vergleich zu den Vorwochen allerdings auffallend niedrig. Nun überprüft das RKI, ob die gemeldeten Daten unvollständig sind.

7141 Corona-Neuinfektionen wurden demnach binnen einem Tag gemeldet, außerdem wurden 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekannt gab. Zum Vergleich: Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.497 Neuinfektionen und 343 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Auffällig niedrige Zahlen aus Bayern und Rheinland-Pfalz

Auffällig sei, dass Bayern demnach nur rund 270 Fälle gemeldet hat, nachdem es vor einer Woche am Montag deutlich über 2000 waren. Aus Rheinland-Pfalz waren es nur insgesamt zwei. Auch Schleswig-Holstein meldete auffällig niedrige Zahlen.

Korrekte Fallzahlen zur Corona-Lage wären in dieser Woche besonders wichtig: Am Dienstag findet eine um eine Woche vorgezogene Schalte zwischen Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Pandemie statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheidet gemeinsam mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten anhand der Zahlen, ob der Lockdown verlängert wird – und auch, ob schärfere Maßnahmen nötig sind.

Nach SPIEGEL-Informationen wollen die SPD-geführten Länder eine allgemeine Ausgangssperre verhindern und ​diese stattdessen an Sieben-Tage-Inzidenzen in den einzelnen Regionen koppeln. 

Vor dem Bund-Länder-Treffen hatte sich bereits die niedersächsische Landesregierung für eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar ausgesprochen. Eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen wolle man hingegen nicht vorschlagen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) rechnet wiederum fest mit weiteren Einschränkungen. »Klar ist, dass wir alle Maßnahmen noch mal auf ihre Wirkung prüfen müssen und gegebenenfalls da, wo wir uns eine Wirkung versprechen, nachschärfen müssen«, sagte Haseloff am Montagmorgen im Deutschlandfunk.

mrc/dpa/Reuters
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