Coronavirus Bundesregierung und Länder beschließen umfangreiche Einschränkungen

Geschäfte, Gotteshäuser und auch Spielplätze sollen schließen. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, beschließen Bundesregierung und Länder deutliche Schritte.
Innenstadt in Dortmund: Das öffentliche Leben kommt zum Stillstand

Innenstadt in Dortmund: Das öffentliche Leben kommt zum Stillstand

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FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/Shutterstock

Die Bundesregierung und die Länder haben sich im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus auf gravierende Einschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt. Die Leitlinien sehen unter anderem die Schließung zahlreicher Geschäfte und Einrichtungen vor.

Supermärkte und andere Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen, sollen demnach allerdings offen bleiben. Von den Schließungen ausgenommen sind zudem Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Waschsalons, Tierbedarf, Baumärkte und der Großhandel.

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Für diese Geschäfte soll das Verkaufsverbot an Sonntagen bis auf Weiteres aufgehoben werden, hieß es weiter. Es sollen allerdings strenge Auflagen zu Hygiene und Zutritt erlassen werden; gleichzeitig sollen Warteschlangen vermieden werden. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung über die Pläne berichtet. Restaurants und Gaststätten sollen generell nur noch zwischen 6 Uhr morgens und 18 Uhr abends öffnen dürfen.

Ziel der Vorschläge ist, soziale Kontakte in der Öffentlichkeit möglichst zu begrenzen. Das betrifft viele weitere Lebensbereiche. Neben öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern sowie Fitnessstudios sollen auch Spielplätze für den Publikumsverkehr gesperrt werden. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen Gotteshäusern sollen verboten werden.

Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2? Was die Bezeichnungen bedeuten.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom "neuartigen Coronavirus".

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen "Sars-CoV-2" ("Severe Acute Respiratory Syndrome"-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Einigung sieht zudem die Schließung zahlreicher weiterer Einrichtungen vor:

  • Bars, Klubs, Diskotheken, Kneipen

  • Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen

  • Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks

  • Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen

  • Bordelle

Entsprechende Verbote soll es auch für Treffen in Vereinen sowie sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen geben. Dasselbe gilt für Kurse in Volkshoch- oder Musikschulen, andere private und öffentliche Bildungseinrichtungen und Busreisen.

Zudem sehen die Leitlinien vor, soziale Kontakte durch weitere Maßnahmen einzuschränken:

  • Besuchsregelungen für Krankenhäuser und Pflegeheime

  • Betretungsverbote in diesen Einrichtungen sowie in Universitäten, Schulen und Kindergärten für Personen, die in den vergangenen 14 Tagen in Risikogebieten im Inland oder Ausland waren

  • Regeln für Mensen, Restaurants, Gaststätten und Hotels, um das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus zu minimieren, etwa zu Abstand der Gäste, Beschränkung der Besucherzahl, Hygienemaßnahmen und -hinweise

  • Übernachtungsmöglichkeiten im Inland sollen nur noch für notwendige, nicht aber für touristische Zwecke genutzt werden

Kanzlerin Angela Merkel will sich um 18 Uhr auf einer Pressekonferenz in Berlin zu den Maßnahmen der Bundesregierung äußern.

mfh/ulz/dpa
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