Steigende Infektionszahlen Bundesregierung ruft zu Verzicht auf Weihnachtsbesuche auf

Die Bundesregierung richtet in der Coronakrise einen Appell an die Bürger: Diese sollten an den Weihnachtsfeiertagen zu Hause bleiben – und Reisen und Besuche bei Freunden und Verwandten vermeiden.
Straße in der Stuttgarter Innenstadt

Straße in der Stuttgarter Innenstadt

Foto: 7aktuell.de gruber / imago images/7aktuell

Angesichts weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung erneut eindringlich dazu aufgerufen, über Weihnachten auf Kontakte zu verzichten. »Vermeiden Sie zu reisen. Vermeiden Sie, so es irgendwie geht, auch den Besuch bei Verwandten und Freunden«, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

»Wenn Weihnachten nicht zu einer weiteren Verschlimmerung der Lage beitragen soll, dann gilt, dass wir am besten alle zu Hause bleiben.« Nach wie vor steckten sich viel zu viele Menschen an. Große Vorsicht und Umsicht seien weiter geboten.

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Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte, wurden 16.643 neue Infektionsfälle binnen einem Tag gemeldet – am Montag vergangener Woche waren es 16.362. Die Zahlen sind generell zu Wochenbeginn meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Gesundheitsämter meldeten zudem 226 neue Todesfälle in 24 Stunden.

Bundesweit gibt es nun 197 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – Bund und Länder wollen diesen Wert mit einem Lockdown auf unter 50 drücken. Aktuell liegen aber allein sechs Bundesländer über der Marke von 200, darunter Sachsen mit dem Höchstwert von 444 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Sorge über mutiertes Virus

Sorge macht der Bundesregierung die in Großbritannien festgestellte Mutation des Coronavirus, die sich auch in Deutschland ausbreiten könnte. Bislang wurde noch kein Fall des mutierten Virus in Deutschland nachgewiesen. (Aktuelle Informationen dazu können Sie in unserem News-Update nachlesen)

Man wisse noch zu wenig über die Mutation, als dass man sie abschließend bewerten könne, sagte Vizeregierungssprecherin Demmer. Vorsorglich habe man aber die Flugverbindungen dorthin beschränkt. Auch Südafrika, wo ebenfalls ein mutiertes Virus aufgetreten sein soll, habe man deswegen im Blick. Laut Auswärtigem Amt ist eine Rückholaktion von deutschen Staatsbürgern aus den Ländern derzeit nicht vorgesehen.

mfh/dpa
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