Corona-Pandemie Kanzlerin Merkel in häuslicher Quarantäne

Ein Arzt, der Angela Merkel am Freitag prophylaktisch geimpft hatte, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Deshalb hat die Kanzlerin ihrem Sprecher zufolge entschieden, sich in Quarantäne zu begeben.
Kanzlerin Merkel in Berlin

Kanzlerin Merkel in Berlin

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CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich freiwillig in häusliche Quarantäne begeben. Das teilte ihr Sprecher Steffen Seibert am Sonntag nach einer Pressekonferenz der Kanzlerin in Berlin mit.

Hintergrund ist, dass Merkel am Freitag eine prophylaktische Impfung von einem Arzt bekommen hatte, der inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Merkel werde sich in den kommenden Tagen selbst mehrfach auf das Virus testen lassen, so Seibert weiter. "Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen", betonte er.

Merkel hatte nach Angabe des Regierungssprechers eine Pneumokokken-Impfung erhalten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte alle Menschen ab 60 zu dieser Impfung aufgerufen. Ältere Menschen sollten angesichts der immer weiteren Ausbreitung des Coronavirus demnach sicherstellen, dass sie gegen Penumokokken geimpft sind. Die Bakterien können zu gefährlichen Lungenentzündungen führen, genauso wie das neuartige Coronavirus. Eine Impfung kann somit davor schützen, dass besonders gefährdete Menschen sich mit beiden Erregern gleichzeitig anstecken.

"So retten wir Leben"

Merkel hatte am Sonntagabend nach einer Telefonschalte mit den Ministerpräsidenten der Länder zu Kontaktbeschränkungen wegen des Coronavirus eine Pressekonferenz gegeben. Bund und Länder hatten beschlossen, dass Ansammlungen vom mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit in ganz Deutschland verboten werden sollen. Ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben.

Merkel hatte nach der Einigung an Menschen in Deutschland appelliert, sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den kommenden zwei Wochen an die neuen Abstandsregeln zu halten. "So retten wir Leben", sagte sie.

Die neun Punkte sehen vor, dass die Kontakte im öffentlichen Raum reduziert werden. Sie sind "mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes" gestattet. Merkel betonte, dass es sich hierbei nicht um Empfehlungen, sondern einzuhaltende Regeln handeln. Wer sich nicht daran halte, müsse mit Strafen rechnen.

Merkel betonte, dass damit ein Grundgerüst für eine möglichst bundesweite Regelung erreicht worden sei. Zuvor hatten etliche Bundesländer im Alleingang Regeln erlassen.

Kurz darauf wurde bekannt, dass die bayerische Regierung sich dem vereinbarten Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht anschließen will. Das meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Im Freistaat würden weiterhin die bereits am Freitag von der Staatsregierung beschlossenen Regelungen gelten, sagte ein Regierungssprecher der dpa in München. Demnach darf weiterhin nur gemeinsam an die frische Luft, wer zu einem Hausstand gehört.

vks/dpa