Nach Vorstoß des NRW-Vizeministerpräsidenten Laschet hält an Gottesdiensten zu Weihnachten fest

Joachim Stamp, stellvertretender Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, hatte zu einer Absage aller Präsenzgottesdienste an Weihnachten aufgerufen. Armin Laschet widerspricht seiner Nummer zwei: Er will daran festhalten – mit Gesangsverbot.
Ministerpräsident Armin Laschet

Ministerpräsident Armin Laschet

Foto: Odd Andersen / AFP

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich gegen eine generelle Absage von Weihnachtsgottesdiensten ausgesprochen. In einer Pressekonferenz verwies Laschet auf die Beschlüsse der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin.

»Es bleibt dabei, dass die Landesregierung keine Gottesdienste untersagen wird«, sagte Laschet. Es gelte: »Abstand, Maske, Hygienekonzepte, Anmeldung, kein Gemeindegesang«.

Zuvor hatte der nordrhein-westfälische Vizeministerpräsident Joachim Stamp (FDP) die Kirchen in Deutschland zur Absage aller Präsenzgottesdienste zu Weihnachten aufgerufen. »Die völlig unabsehbare Entwicklung der Pandemie und die Nöte auf den Intensivstationen in vielen Teilen Deutschlands« machten dies seiner Meinung nach unausweichlich, sagte Stamp der Nachrichtenagentur dpa.

Es sei »in dieser Lage schwer zu verantworten, dass sich größere Menschenmengen treffen und sich dann doch außerhalb des Gottesdiensts angesichts des Weihnachtsfests eng begegnen und auch umarmen werden.«

»Kein ›O du fröhliche‹, keine ›Stille Nacht‹«

Laschet sagte dagegen, es sei die Entscheidung der Gemeinden, ob Gottesdienste stattfänden und in welcher Form, solange dabei die Regelungen eingehalten würden. Die evangelische Kirche Westfalen-Lippe habe sich etwa bereits für eine Absage von Präsenzgottesdiensten entschieden.

Sollten Präsenzgottesdienste stattfinden, müssten die Räumlichkeiten ausreichend groß sein, sagte Laschet. Zugleich betonte er das Gesangsverbot bei solchen Zusammenkünften. »Kein ›O du fröhliche‹, keine ›Stille Nacht‹, nichts soll gesungen werden an diesem Tag«, sagte Laschet zu Gottesdiensten an Heiligabend.

Gesondert wandte sich Laschet an die Freikirchen. »Halten sie sich an die gleichen Regeln wie die katholische und evangelische Kirche«, mahnte Laschet. In den Freikirchen seien die Corona-Maßnahmen nicht immer eingehalten worden. Es ließen sich Infektionen auf Treffen in diesen Kirchen zurückführen, so der Ministerpräsident.

Mehrere katholische Bistümer in Nordrhein-Westfalen lehnen einen kompletten Verzicht auf Präsenzgottesdienste bislang ab. Pfarrer Antonius Hamers vom Katholischen Büro NRW hatte am Montag gegenüber der dpa erklärt, dass nach Absprache mit der Düsseldorfer Staatskanzlei und den fünf katholischen Bistümern des Bundeslands ein genereller Verzicht auf Präsenzgottesdienste für sie nicht infrage komme. Aus der Staatskanzlei sei ihm versichert worden, dass der Ministerpräsident die Gottesdienste nicht insgesamt infrage stelle, so Hamers.

fek/höh/dpa
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