Corona-Pandemie SPD, FDP und Grüne plädieren für Ausweitung privater Schnelltests

Corona-Schnelltests dürfen nun in Apotheken verkauft werden, aber noch fehlen zugelassene Produkte. SPD, FDP und Grüne fordern nach SPIEGEL-Informationen, das Instrument schneller für Laien nutzbar zu machen.
Schnelltest im Januar 2021 in einem Pflegeheim in Sachsen: SPD, FDP und Grüne wolle davon mehr

Schnelltest im Januar 2021 in einem Pflegeheim in Sachsen: SPD, FDP und Grüne wolle davon mehr

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Wie lässt sich in der Corona-Pandemie ein besserer Überblick zum Infektionsgeschehen gewinnen? Eine Möglichkeit könnten Antigen-Schnelltests sein, die ohne professionellen Beistand gemacht werden. Seit Mittwoch sind solche Corona-Schnelltests für den häuslichen Gebrauch in Deutschland erlaubt. Möglich wurde dies durch eine Änderung in der sogenannten Medizinabgabeverordnung, die das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU) durchsetzte.

Allerdings gibt es bislang keine zertifizierten Produkte. Sobald die Hersteller eine entsprechende Genehmigung haben, dürfen sie ihre Tests auch an Laien verkaufen. Mehreren Parteien wollen die damit zusammenhängenden Möglichkeiten nutzen, wie eine Umfrage des SPIEGEL ergab. So fordern etwa die Sozialdemokraten einen systematischen Einsatz von Schnelltests für den heimischen Gebrauch.

»Schnelltests sind sinnvoll und können Lockerungen ermöglichen. Deswegen sollten sie in eine nationale Teststrategie übernommen werden«, sagt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Bas. Das hätte auch den Vorteil, dass die Tests vom Bund bezahlt würden. »Sonst kann sich nur testen, wer das nötige Geld hat.« Außerdem plädiert die Gesundheitspolitikerin für eine Meldepflicht, sollte der Test positiv ausfallen.

Auch die FDP spricht sich für gezielte Schnelltests aus: »Das Beispiel Österreich zeigt: Antigen-Schnelltests, die durch geschulte Laien eingesetzt werden, können zur Normalisierung des Lebens beitragen«, sagte der FDP-Partei- und Fraktionschef Christian Lindner.

»Das Beispiel Österreich zeigt: Antigen-Schnelltests, die durch geschulte Laien eingesetzt werden, können zur Normalisierung des Lebens beitragen«

FDP-Chef Christian Lindner

Mit leicht anwendbaren Schnelltests für den Eigengebrauch könne das Infektionsgeschehen – insbesondere der asymptomatischen Infizierten – niedrig gehalten werden. »Wir müssen alles dafür tun, damit unser Land nicht in einem Dauer-Lockdown verharrt«, sagt Lindner.

Die Grünen fordern schon seit Wochen die Einführung privater Schnelltests. »Der Bund muss den Ländern Empfehlungen für Schnelltests für die Selbstanwendung geben, damit Klarheit für die Schulen und Kitas herrscht«, sagt Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie fordert eine »Positivliste« mit Tests, die die Bundesregierung empfiehlt. Diese müsse auch an Apotheken und Drogerien gehen, für den Verkauf an Laien zur Selbstanwendung.

Gebel kritisiert, dass die Tests noch nicht für private Zwecke zugelassen worden sind, sondern trotz neuer bundesrechtlicher Grundlagen weiter nur von medizinischem Personal angewendet werden dürfen. »Man setzt die klassischen Regeln des Zusammenlebens außer Kraft, aber hier beharrt man auf die Bürokratie und verzögert so den Einsatz von Schnelltests etwa an Schulen.«

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