AfD-Spitzenkandidatin Weidel will sich vorerst nicht impfen lassen

Gauland ist geimpft, Meuthen ist geimpft – Alice Weidel nicht. Die AfD-Spitzenkandidatin will sich »auf absehbare Zeit« nicht immunisieren lassen. Die Quarantäne für Reiserückkehrer nennt sie »Wohnungshaft«.
Alice Weidel im Bundestag (2020)

Alice Weidel im Bundestag (2020)

Foto: Christian Thiel / imago images/Christian Thiel

Die Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl, Alice Weidel, ist bisher nicht geimpft und will sich auch »auf absehbare Zeit« nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Das sagte sie am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin«.

Weidel sagte weiter, es sei für sie nicht akzeptabel, »dass gesunde Ungeimpfte diskriminiert werden«, sie halte nichts von einer impliziten Impfpflicht. Das Testen von Reiserückkehrern halte sie für kompletten Unsinn, Urlauber bräuchten Planbarkeit. Die Quarantäne der Reiserückkehrer bezeichnete Weidel als »Wohnungshaft«.

Anders als Weidel haben sich mehrere Spitzenpolitiker der AfD nach eigener Aussage bereits impfen lassen. Dazu zählen unter anderem Alexander Gauland, der die AfD-Bundestagsfraktion gemeinsam mit Weidel leitet, und der Parteivorsitzende Jörg Meuthen. Einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer zufolge liegt die AfD derzeit bei etwa 11 Prozent der Stimmen.

Söder rüffelt Aiwanger

Auch Bayerns Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger hat sich bislang nicht impfen lassen. Im Deutschlandfunk sprach er von einer »Jagd« auf Ungeimpfte. Dafür hat der Chef der Freien Wähler Kritik einstecken müssen, auch vom Koalitionspartner CSU. »Ich mache mir Sorgen um ihn«, sagte Parteichef Markus Söder nun im SPIEGEL-Gespräch.

Selbst die eigene Partei sei mit Aiwanger unglücklich, sagte Söder. Er wandele auf einem schmalen Grat. »Unabhängig davon, dass es in der Sache falsch ist, verstört der Sound der Argumente. Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden.«

Söder habe auch den – offensichtlich vergeblichen – Versuch unternommen, Aiwanger persönlich von einer Impfung zu überzeugen. Die Koalition mit Aiwangers Freien Wählern möchte Söder allerdings nicht beenden.

slü/dpa
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