Deutschland Merkel befürchtet starken Anstieg der Infektionszahlen

Bundeskanzlerin Merkel hat sich nach SPIEGEL-Informationen sehr besorgt über die Entwicklung der Corona-Epidemie in Deutschland geäußert. Im CDU-Präsidium warnte sie vor "19.200 Infektionen am Tag" zu Weihnachten.
Angela Merkel mit Mund-Nasen-Bedeckung

Angela Merkel mit Mund-Nasen-Bedeckung

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ODD ANDERSEN / AFP

Seit Monaten mahnt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Vorsicht in der Coronakrise. Die jüngste Entwicklung der Infektionszahlen löst bei ihr Sorge aus: Man müsse lokale Infektionsherde sehr deutlich angehen, "sonst haben wir an Weihnachten 19.200 Infektionen am Tag", sagte Merkel nach SPIEGEL-Informationen in einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums. Zuvor hatten die Nachrichtenagentur dpa und die "Bild"-Zeitung die Kanzlerin mit ähnlichen Aussagen zitiert.

Die Infektionszahlen in Europa seien besorgniserregend, sagte Merkel laut dpa. Man müsse in Deutschland alles tun, damit die Zahlen nicht weiter exponentiell stiegen.

Der "Bild"-Zeitung zufolge sagte die Kanzlerin, man müsse nun Prioritäten setzen: "Die Wirtschaft am Laufen halten, Schulen und Kitas offen halten. Fußball ist dabei erst einmal sekundär", sagte Merkel dem Bericht zufolge. Als problematisch sehe die Kanzlerin auch Partys, Besuche in Gaststätten und religiöse Veranstaltungen.

In Frankreich waren am Sonntag mehr als 11.000 neue Infektionen registriert worden. In Deutschland lag der Wert bei 1411 Fällen, am Samstag bei 2507 - der höchste Wert seit April.

An diesem Dienstag will die Kanzlerin in einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten über Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen in der Pandemie beraten. In der CDU-Schalte äußerte sie auch Zweifel, dass die Berliner Landesregierung angesichts stark steigender Zahlen in der Hauptstadt ernsthaft versuche, Maßnahmen gegen die Ausbrüche einzuleiten. "Es muss in Berlin was passieren", sagte Merkel demnach.

mes/flo/dpa
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