Spahns Vorstoß Merkel will Start von Schnelltest-Offensive verschieben

Gesundheitsminister Spahn wollte kostenlose Schnelltests ab dem 1. März zur Verfügung stellen. Doch laut Medienberichten geht der Bundeskanzlerin das zu schnell.
Foto: Kay Nietfeld/ dpa/dpaweb

Neben den Impfungen sollen Corona-Schnelltests ein wichtiger Schritt zurück zur Normalität sein. Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sollen die Antigentests ab 1. März für alle Bürgerinnen und Bürger verfügbar sein. Wer will, soll sich dann durch geschultes Personal zum Beispiel in Testzentren, Praxen oder Apotheken testen lassen. Eine entsprechende Testverordnung hat sein Haus bereits in der Schublade.

Doch nach Informationen der »Süddeutschen Zeitung«  und der »Bild«-Zeitung«  soll sich der Start der Schnelltestvergabe um eine Woche verschieben. Am Montag entschied demnach das Corona-Kabinett, dass die neue Teststrategie nun zunächst am 3. März in der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz diskutiert werden soll. Entsprechend werde nun der 8. März als Starttermin anvisiert.

Schnelltests gekoppelt an Öffnungsstrategie

Spahns Plan sah vor, die Antigentests ab März kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das geht aus einem Papier von Spahn vor, das dem SPIEGEL vorliegt. Dem Papier zufolge sollen Kommunen vor Ort Testzentren oder Apotheken mit Schnelltestangeboten beauftragen können, die Kosten dafür soll der Bund übernehmen.

Konkret geht es um zwei Schnelltestformate:

  • Bei den künftig kostenlosen Antigentests handelt es sich um Versionen, die von medizinisch geschultem Personal begleitet werden müssen. Sie gelten als nicht so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis eines Schnelltests daher mit einem PCR-Test bestätigt werden. Sie will Spahn im großen Stil zur Verfügung stellen.

  • Bei den neuartigen Schnelltests für Kitas und Schulen handelt es sich hingegen um Versionen, die Privatpersonen als Spuck- oder Gurgeltest selbst durchführen können. Die Tests werden umgangssprachlich auch Wohnzimmertests genannt, in Österreich sollen sie ab März kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Hoffnung dahinter: Das medizinische Personal soll entlastet werden, der Schritt zur Öffnung des Lockdowns vorbereitet werden. Sie sind derzeit noch nicht in Deutschland zugelassen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) plant nun, die Schnelltests mit einer konkreten Öffnungsstrategie  zu verbinden. Auch seien noch zu viele Fragen offen, hieß es aus dem Corona-Kabinett. Auch einige Bundesländer seien unzufrieden mit dem bisherigen Konzept aus dem Gesundheitsministerium. Noch ist unter anderem unklar, wie genau die Schnelltests organisiert werden sollen und wann den Ländern wie viele Tests zur Verfügung stehen. Die Schnellteststrategie soll nun beim Bund-Länder-Treffen nächste Woche besprochen werden.

mrc
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