Kanzlerin gegen Vorzugsbehandlung Merkel will sich nicht vorzeitig impfen lassen

Sollten gegen Corona geimpfte Menschen gegenüber anderen Vorteile haben? Kanzlerin Merkel lehnt dies ab. Sie werde sich erst eine Spritze geben lassen, wenn sie laut Prioritätenliste an der Reihe sei.
Kanzlerin Merkel

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Foto: Michael Kappeler / dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen Sonderrechte von Geimpften zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen. »Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln«, sagt sie der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

Außerdem müsse erst eindeutig geklärt sein, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend seien. Merkel fügt hinzu, dass es aber sehr wohl von Firmen Sonderregelungen für Geimpfte geben könne. Man müsse zudem überlegen, ob der Staat nicht irgendwann Lockerungen beschließen solle, ohne auf Impfverweigerer Rücksicht zu nehmen.

Die Kanzlerin selbst will sich erst gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn sie nach der von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Priorisierung an der Reihe ist. »Ich halte es für richtig, neben den besonders vulnerablen und den älteren Menschen erst einmal Bevölkerungsgruppen zum Impfen einzuladen, die in ihrem Beruf keinen Abstand halten können.« Merkel machte deutlich, dass ihr das Abstandhalten im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen möglich sei. »Eine Erzieherin in der Kita, ein Grundschullehrer kann das nicht. Das sind die Menschen, die vor jemandem wie mir drankommen sollten.«

Merkel wies auf die Gefahren hin, die von einer Infektion auch für jüngere Menschen ausgehe. »Ich möchte Corona nicht bekommen und tue vieles, um es zu verhindern.« Doch sollten erst die Älteren geimpft werden und diejenigen mit besonderen Vorerkrankungen und auch Menschen, die in engen Kontakt mit Infizierten kommen. »Das ist eine sinnvolle Reihenfolge, an die ich mich halten möchte.« Merkel sagte, je mehr Impfstoff vorhanden sei, desto flexibler werde man mit den Priorisierungen umgehen müssen.

Merkel zeigte sich zuversichtlich, was die Impfbereitschaft der Deutschen angeht. »Sie ist gar nicht schlecht – und nimmt noch zu. Jedenfalls kein Grund, pessimistisch zu sein.« Sie bekräftigte, dass sie gegen eine Impfpflicht sei. »Davon rate ich ab. Wir haben zugesagt, dass es keine Impfpflicht geben wird. Ich halte das bei der insgesamt hohen Impfbereitschaft auch nicht für notwendig.« Man könne und müsse mit Argumenten werben. Die Hersteller arbeiteten zusätzlich daran, auch für Kinder und Jugendliche Impfstoff zu produzieren. Auch für Schwangere würden die Impfstoffe getestet. »Wir haben genügend Impfwillige, um die Herdenimmunität zu erreichen.«

als/Reuters
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