Kampf gegen Corona-Verbreitung Baden-Württemberg will Flughäfen schließen

Wegen des Coronavirus will Baden-Württemberg den Passagierbetrieb an allen Flughäfen des Bundeslandes einstellen. Reisende aus dem Ausland sollen aber noch zurückgebracht werden.
Flughafenterminal in Stuttgart (Archivfoto)

Flughafenterminal in Stuttgart (Archivfoto)

Foto: RONALD WITTEK/EPA-EFE/Shutterstock

Der Betrieb an den Flughäfen in Baden-Württemberg soll wegen des Coronavirus ruhen. Das hat die Landesregierung beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Ein Regierungssprecher bestätigte dem SPIEGEL das Vorhaben. Zunächst müsse das Kabinett einen Beschluss fassen, danach erfolge die Abstimmung mit den Flughäfen.

Das Flugverbot betrifft Personenflugverkehr. Wer aus einer Krisenregion komme, müsse in Quarantäne, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Für Frachtflüge werde entsprechend der Regeln für Warentransporte an der Landesgrenze zu Frankreich eine Ausnahme geprüft, hieß es von der Regierung.

Das Kabinett wird am Dienstag tagen, allerdings virtuell. Baden-Württemberg will sicherstellen, dass Menschen, die sich noch im Ausland befinden, wieder in ihre Heimat einreisen können. Die Details der Wiedereinreise müssen noch geklärt werden.

Die Schließung der Flughäfen für Passagiermaschinen ist ein weiterer drastischer Schritt bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Seit Montagmorgen sind manche deutschen Grenzen geschlossen: zu Frankreich, Österreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz. Die Bundespolizei kontrolliert. Einreisende Deutsche, Berufspendler und Waren sollen weiterhin passieren dürfen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Am Grenzübergang im südbadischen Weil am Rhein etwa kamen aus Richtung Schweiz am Morgen kaum Autos an. Die Beamten trugen zunächst keine Schutzausrüstung oder Atemmasken. Die Kontrolleure führen Befragungen durch und könnten bei Hinweisen auf eine Infektion oder auf Kontakt zu Infizierten - in Abstimmung mit den örtlichen Gesundheitsämtern - Reisende zurückweisen. Die an Baden-Württemberg grenzende französische Region Grand Est (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) gilt als Risikogebiet.

Baden-Württemberg ist neben Nordrhein-Westfalen und Bayern das am stärksten von der Ausbreitung des Coronavirus betroffene Bundesland. Bis zum Sonntag waren in Baden-Württemberg bei den Behörden 977 Infektionen bestätigt. Drei nachweislich infizierte Menschen sind bisher gestorben.

höh/ulz/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.