Coronavirus Bayern plant Corona-Tests für alle

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml kündigt eine "Corona-Testoffensive" an. Jeder solle sich testen lassen können - auch ohne Symptome. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Schlachthöfen und Fleischbetrieben.
Nasenabstrich in München: Tests auch ohne Symptome

Nasenabstrich in München: Tests auch ohne Symptome

Foto: Sven Hoppe/ dpa

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Coronavirus testen lassen können - unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erklärte. Sie kündigte eine "Corona-Testoffensive" an: "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Im Kampf gegen das Virus sind inzwischen in ganz Deutschland Tests in vielen Fällen auch ohne akute Krankheitsanzeichen möglich - besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt. Bis dahin gab es Tests auf Kassenkosten in der Regel nur bei Infektionsverdacht - also wenn man Symptome hatte.  

Die Kosten will der Freistaat übernehmen 

Bayern ist aber das erste Bundesland, das künftig Tests für alle Bürgerinnen und Bürger vorsieht. Die Kosten übernimmt nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Freistaat, sofern kein Anspruch auf Kostenerstattung durch eine andere Stelle wie eine Krankenkasse besteht. Es sei "ein ergänzendes Angebot, das vollständig aus staatlichen Mitteln getragen wird", sagte ein Sprecher. 

Nach dem massiven Coronavirus-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Infizierten auch in der übrigen Bevölkerung dort "merklich" gestiegen. Auch die Tests seien massiv ausgeweitet worden. 

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gelten wegen des Corona-Ausbruchs in dem Tönnies-Werk mit mehr als 1500 infizierten Mitarbeitern seit vergangenen Mittwoch wieder verschärfte Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Alle Bürger können sich freiwillig testen lassen.

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Schwerpunkt liegt auf Schlachthöfen und Fleischbetrieben

In Bayern soll ein Schwerpunkt der Tests auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, "größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen", sagte Gesundheitsministerin Huml. In 33 ausgewählten Fleischbetrieben sollen die Mitarbeiter in Bayern reihenweise getestet werden. "Dabei wollen wir auch herausfinden, ob die hohe körperliche Belastung oder die Arbeit bei ungünstigen Klimabedingungen mögliche weitere Risikofaktoren für eine Corona-Infektion darstellen", sagte Huml. 

Bei den ersten umfassenden Corona-Reihentestungen von Mitarbeitern an 51 Schlachthöfen in Bayern waren nach Ministeriumsangaben insgesamt 110 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. 

rwi/dpa
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