Coronavirus Bayern verkürzt noch vor Ostern Corona-Isolation auf fünf Tage

In Deutschland können Coronainfizierte sich ab Mai früher aus der Isolation testen. Bayern führt die verkürzte Isolationspflicht schon früher ein – und verzichtet ganz auf das Freitesten.
Klaus Holetschek hat die neuen Regelungen für Bayern bekannt gegeben

Klaus Holetschek hat die neuen Regelungen für Bayern bekannt gegeben

Foto:

Daniel Vogl / dpa

Ab dem 1. Mai können sich Coronainfizierte deutschlandweit bereits nach fünf Tagen Isolation freitesten. Das hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach Anfang April bekannt gegeben. Das Bundesland Bayern geht nun noch einen Schritt weiter. Hier müssen Infizierte bereits vom 13. April an nur noch fünf Tage in Isolation – ohne ein abschließendes Freitesten. Voraussetzung ist allerdings eine Symptomfreiheit von mindestens 48 Stunden. Das teilte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag mit. Außerdem entfällt die Quarantäne für enge Kontaktpersonen vollständig.

Kritik an Lauterbach nach Vorstoß zur freiwilligen Isolation

Nach Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatte Karl Lauterbach Anfang April mitgeteilt, dass Coronainfizierte und Kontaktpersonen ab dem 1. Mai in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne müssen. Infizierten sollte demnach nur noch »dringend empfohlen« werden, sich für fünf Tage zu isolieren und Kontakte zu meiden – für Kontaktpersonen von Infizierten sollte es entsprechend gelten. Eine Anordnung des Gesundheitsamts sollte wegfallen. Die geplante Abschaffung der Isolationspflicht wurde von Experten kritisiert.

In der ZDF-Sendung »Markus Lanz« kassierte Lauterbach die freiwillige Isolation wieder ein. Das wäre zur Entlastung der Gesundheitsämter sinnvoll gewesen, sagte der Gesundheitsminister. Das Signal aber, dass ein Infizierter selbst über eine Isolation entscheide, sei »so negativ, so verheerend«, dass es an diesem Punkt eine Veränderung geben müsse. Der »symbolische Schaden«, Corona sei nicht gefährlich, sei so verheerend, dass man diese Isolationsordnung so nicht machen könne.

Lauterbach war in der Folge ebenso dafür kritisiert worden, dass er die Entscheidung zur freiwilligen Isolation einen Tag nach deren Bekanntgabe in einer Fernsehshow wieder zurückgenommen hat.

svs/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.