Coronakrise Bund und Länder empfehlen "dringend" Schutzmasken in Geschäften

Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten haben sich offenbar nicht auf eine einheitliche Maskenpflicht einigen können. Nach SPIEGEL-Informationen wollen sie das Tragen von Schutzmasken aber für bestimmte Bereiche "dringend" empfehlen.
Schutzmasken

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Jens Büttner/ dpa

Aus den Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Coronakrise dringt ein erster Beschluss nach außen. Nach SPIEGEL-Informationen wollen Bund und Länder den Bürgern "dringend" empfehlen, künftig im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr sogenannte Alltagsmasken zu tragen.

Damit konnten sich die Teilnehmer der Beratungen offenbar nicht auf eine weitergehende Maskenpflicht in Geschäften, Behörden, Bussen und Bahnen einigen. Eine solche Pflicht hatte unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zuletzt gefordert.

Alltagsmasken dienen dem Gesundheitsministerium zufolge dazu, andere vor einer Infektion zu schützen. Spezialmasken, die auch den Träger selbst schützen, sollten dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben. Die Bundesregierung hatte bereits einen Bedarf an Milliarden von Schutzmasken festgestellt. Nachschub vor allem an hochwertigen Masken ist allerdings wegen einer weltweit hohen Nachfrage schwer zu besorgen. (Mehr zur Schutzwirkung unterschiedlicher Masken lesen Sie hier .)

Großveranstaltungen offenbar bis 31. August grundsätzlich untersagt

Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden - auch Fußballspiele sind davon betroffen. Auch darauf einigten sich nach Informationen von dpa Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden.

In einem Eckpunktepapier für die Beratungen mit den Länderchefs hat die Bundesregierung eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis zum 3. Mai vorgeschlagen. Demnach sollen sich die Bürger vorerst weiterhin nur gemeinsam mit Personen aus ihrem Haushalt und aus triftigen Gründen im öffentlichen Raum bewegen. Private Reisen, Ausflüge oder Verwandtenbesuche blieben weiterhin untersagt. Auch soll das Abstandsgebot von 1,5 Metern zu anderen Menschen Bestand haben.

In anderen Bereichen soll es aber möglicherweise schrittweise Lockerungen geben. So sieht das Papier unter anderem vor, dass Einzelhandelsgeschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern wieder öffnen können, genauso Bibliotheken, Zoos oder botanische Gärten - jeweils unter Beachtung besonderer hygienischer Auflagen und Zugangsbeschränkungen.

Friseure könnten sich trotz der körperlichen Nähe darauf vorbereiten, unter bestimmten Auflagen sowie "unter Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung den Betrieb am 4. Mai wieder aufzunehmen".

In Schulen soll vom 4. Mai an nach und nach wieder Unterricht stattfinden. Hier gibt es allerdings in den Ländern unterschiedliche Vorstellungen (mehr dazu lesen Sie hier).

gud/flo/dpa
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