Neue Anti-Corona-Maßnahme Quarantäne-Pflicht bei Rückkehr nach Deutschland

Jeder, der sich mehrere Tage im Ausland aufgehalten hat und wieder einreisen will, muss sich zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Dieses Verfahren schlägt die Regierung jetzt den Bundesländern vor.
Kontrollpunkt an der deutsch-dänischen Grenze

Kontrollpunkt an der deutsch-dänischen Grenze

Foto: Carsten Rehder/ DPA

Deutsche, EU-Bürger oder langjährig in Deutschland wohnende Personen, die nach mehrtägigem Auslandsaufenthalt in die Bundesrepublik zurückkehren, sollen künftig zwei Wochen in Quarantäne. Das empfahl das sogenannte Corona-Krisenkabinett am Montag den Bundesländern, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Die Kontrolle liege bei den Bundesländern. Die Vorgabe gelte für alle Einreisen - per Auto, Bahn, Boot oder Flugzeug.

Für Pendler sowie Geschäftsreisende und Servicetechniker, die für wenige Tage beruflich ein- oder ausreisen müssen, wird dem Beschluss zufolge keine Quarantäne angeordnet. Weitere Maßnahmen zur schärferen Kontrolle an der deutschen Grenze soll es aber nicht geben.

Menschen, die weder Deutsche noch dauerhaft hier ansässig sind, dürfen wegen der Corona-Pandemie ohnehin schon seit Mitte März nur noch aus einem "triftigen Reisegrund" nach Deutschland kommen. Das betrifft etwa EU-Bürger, die durch Deutschland in ihr Heimatland reisen. Grundsätzlich sind Einreisen aus Drittstaaten nur noch in ausgewählten Fällen zulässig.

Vorübergehende Grenzkontrollen

Seit dem 16. März finden an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark in Abstimmung mit den Nachbarstaaten vorübergehend Grenzkontrollen statt. In Grenzregionen, in denen es keine solchen Grenzkontrollen gebe, nutze die Bundespolizei die bestehenden Fahndungs- und Kontrollinstrumente, hieß es. Das bedeutet, dass auch Menschen, die von dort einreisen, in Quarantäne geschickt oder zurückgeschoben werden können, wenn sie von der Polizei im 30-Kilometer-Grenzraum angesprochen werden.

Beim Corona-Kabinett unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tauschen sich derzeit zwei Mal pro Woche diejenigen Ministerinnen und Minister aus, die in besonderem Maße mit dem Krisenmanagement während der Pandemie befasst sind. Für Montag waren unter anderem auch Beratungen über eine Ausdehnung der Grenzkontrollen sowie zusätzliche Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen erwartet worden.

vks/dpa
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