ARD-Umfrage Deutliche Mehrheit ist gegen Vorteile für Geimpfte

Der Ethikrat hatte sich bereits gegen Sonderrecht für Geimpfte ausgesprochen. Nun zeigt eine Umfrage: Auch eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger hält nichts von Impf-Privilegien.
Soll laut einer Umfrage der ARD kein Freifahrtschein sein: eingetragene Corona-Impfung in einem Impfpass

Soll laut einer Umfrage der ARD kein Freifahrtschein sein: eingetragene Corona-Impfung in einem Impfpass

Foto: Friso Gentsch / dpa

Die Idee, gegen das Virus geimpfte Personen von den geltenden Corona-Auflagen zu befreien, stößt bei den Bürgerinnen und Bürgern auf Widerstand. Wie aus einer Umfrage der ARD  hervorgeht, sind gut zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) dagegen, Geimpfte von den derzeitigen Einschränkungen auszunehmen. Im Vergleich zum Vormonat hat sich die Ablehnung aber um etwa fünf Prozentpunkte verringert.

Auch der Ethikrat hatte sich zuvor gegen Sonderrechte ausgesprochen. »Zum gegenwärtigen Zeitpunkt verbietet sich die individuelle Rücknahme staatlicher Freiheitsbeschränkungen nach Ansicht des Ethikrates schon deshalb, weil die Möglichkeit einer Weiterverbreitung des Virus durch Geimpfte nicht hinreichend sicher ausgeschlossen werden kann«, hieß es in einer Mitteilung.

Laut dem Deutschlandtrend der ARD finden sich Befürworter für eine Sonderbehandlung von Geimpften vor allem bei Anhängern der FDP. Hier sind etwa 48 Prozent für eine Sonderbehandlung, 50 Prozent sind dagegen. Die größte Ablehnung gibt es dagegen bei AfD-Sympathisanten. Nur 12 Prozent der Anhänger sind für Sonderrechte für Corona-Geimpfte, 87 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Erhöhte Impfbereitschaft und Sorge um Entwicklung von Kindern

Gestiegen ist demnach zuletzt offenbar die Bereitschaft zu einer Corona-Impfung. Gaben im Januar noch knapp 54 Prozent der Befragten an, sich »auf jeden Fall« impfen lassen zu wollen, sind es jetzt 59 Prozent. Der Anteil derer, die sich »auf keinen Fall« impfen lassen wollen, liegt laut dem Deutschlandtrend konstant bei 12 Prozent.

Zunehmende Sorge bereiten den Befragten demnach möglich Entwicklungsbeeinträchtigungen von Kindern durch den andauernden Shutdown und bundesweite Schulschließungen. 44 Prozent der Befragten und damit annähernd doppelt so viele wie noch im Vormonat nannten die Sorge vor der Langzeitfolge »sehr groß«.

fek