FDP-Politiker Erster Bundestagsabgeordneter positiv auf Corona getestet

Im Bundestag gibt es einen ersten Coronafall. Ein FDP-Abgeordneter wurde durch die Parlamentsärztin positiv auf das Virus getestet. Er hat sich möglicherweise beim Urlaub in Österreich infiziert.
Bundestag: Auch mehrere SPD-Angeordnete haben sich in vorsorgliche Quarantäne begeben

Bundestag: Auch mehrere SPD-Angeordnete haben sich in vorsorgliche Quarantäne begeben

Foto: Wolfgang Kumm/ picture alliance / dpa

Ein Bundestagsabgeordneter der FDP ist mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das bestätigte der Pressesprecher der FDP-Bundestagsfraktion dem SPIEGEL auf Anfrage. Die Mitarbeiter des Betroffenen hätten sich demnach freiwillig in häusliche Quarantäne begeben; derzeit würden weitere Kontaktpersonen identifiziert.

Die Fraktion sei im engen Austausch mit Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) und mit dem betriebsärztlichen Dienst des Bundestags, sagte der Sprecher. Um welchen Abgeordneten es sich handelt und wie sein Gesundheitszustand ist, blieb zunächst unklar. Der Fraktionssprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Am späteren Abend sprach der Patient dann selbst in einem Interview mit dem NDR. Der 41-jährige Hagen Reinhold aus Mecklenburg-Vorpommern bestätigte dem Radiosender, er sei positiv auf das Virus getestet. Reinhold hatte sich zuvor im Urlaub in Österreich aufgehalten. Nach seinen Angaben gehe es ihm gesundheitlich gut.

Bundestag verzichtet auf namentliche Abstimmungen

Bundestagspräsident Schäuble und die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen haben zudem vereinbart, in dieser Sitzungswoche auf namentliche Abstimmungen im Bundestag zu verzichten. Das berichtet die Nachrichtenagentur mit Bezug auf Fraktionskreise. Bei namentlichen Abstimmungen werden Stimmkarten in eine Art Urne geworfen, was regelmäßig zu großen Menschentrauben an diesen Boxen führt. Dabei sei das Infektionsrisiko zu groß, hieß es zur Begründung des Verzichts.

SPD-Abgeordnete in vorsorglicher Quarantäne

Zuvor hatten sich bereits mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter der SPD-Bundestagsfraktion wegen Kontakts zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Dazu zählen der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach, die SPD-Fraktionsvizechefin Eva Högl und der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner, wie ein Fraktionssprecher am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Der Grund sei eine Sitzung der Fraktionsarbeitsgruppe Recht am 2. März, an der eine inzwischen auf das Coronavirus positiv getestete Person aus dem Bundesjustizministerium teilgenommen habe. Die Teilnehmer der Sitzung, Abgeordnete und Mitarbeiter, seien informiert. Die direkten Sitznachbarn der infizierten Person seien ebenso zu Hause wie die weiteren Personen, die sich im Raum aufgehalten hätten. Betroffen seien rund 15 Menschen.

Lauterbach sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich gehe nicht davon aus, dass ich mich selbst infiziert habe, gehe aber dennoch bis Sonntag in häusliche Quarantäne." Es werde zur Normalität, dass sich Menschen infizierten. "Der Bundestag ist ein Hochrisiko-Gebiet, weil viele Menschen zusammenkommen und vorher mit vielen Menschen Kontakt hatten." Er habe sich aber bereits in den Tagen zuvor aus dem sozialen Leben komplett zurückgezogen, um ein Vorbild zu sein.

asc/sev/AFP/dpa
Mehr lesen über