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Globaler Impfstoffmangel EU-Agenturen warnen vor Corona-Flüchtlingen

Corona-Impfstoffe gehen bisher fast nur an reiche Länder. Das könnte gravierende Folgen haben: Drei EU-Agenturen warnen nach SPIEGEL-Informationen vor mehr Migration wegen Mangels an Vakzinen in ärmeren Ländern.
aus DER SPIEGEL 13/2021
Migranten auf dem Mittelmeer (im Januar)

Migranten auf dem Mittelmeer (im Januar)

Foto: Joan Mateu / AP

Der Impfstoff-Egoismus der EU und anderer reicher Länder könnte im Sommer zu einem Anstieg der Migration beitragen. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einem vertraulichen Protokoll einer Videokonferenz mit Experten der EU-Staaten hervor, das die deutsche Vertretung in Brüssel diese Woche nach Berlin kabelte.

Die Grenzschutzagentur Frontex, der Europäische Auswärtige Dienst (EAD) und die Asylagentur EASO warnten demnach vor einem Anstieg der Migrationszahlen im Mittelmeerraum. Als Grund nannten EASO und EAD vor allem die »schlechte wirtschaftliche und medizinische Situation in den Herkunftsländern«. Sie stelle einen »Push-Faktor« dar. Zugleich wirke die bessere Lage in der EU in der Krise als »Pull-Faktor«.

Aus: DER SPIEGEL 13/2021

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In den meisten Herkunftsländern von Flüchtlingen wird bisher wenig bis gar nicht geimpft. Die Covax-Initiative zur globalen Verteilung hat bisher lediglich 32 Millionen Impfstoffdosen an 60 ärmere Länder geliefert. Die EU stellte Covax zwar eine Milliarde Euro zur Verfügung, aber kaum Impfstoff. Die bislang exportierten 77 Millionen Dosen gingen vor allem an Industrieländer.

»Statt sich um die Zukunft der Asyl- und Migrationspolitik zu kümmern, ist die Hauptsorge der EU-Staaten, dass es durch Corona zu mehr Migration kommt. Das ist beschämend«, sagt die Linken-Europapolitikerin Cornelia Ernst.

mbe
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