Kampf gegen Corona EU-Behörde empfiehlt Zulassung von Moderna-Impfstoff

Ein zweiter Impfstoff wird wahrscheinlich bald in der EU auf den Markt kommen: Die zuständige Behörde rät dazu, das Präparat des US-Unternehmens Moderna zuzulassen. In den USA wird der Impfstoff bereits angewendet.
Ein Teilnehmer an einer Studie des Moderna-Impfstoffs bekommt im August in Detroit, USA, das Mittel (oder ein Placebo) verabreicht

Ein Teilnehmer an einer Studie des Moderna-Impfstoffs bekommt im August in Detroit, USA, das Mittel (oder ein Placebo) verabreicht

Foto: Henry Ford Health System / AFP

Die europäische Arzneimittelbehörde Ema hat beschlossen, sich für die bedingte Zulassung eines zweiten Corona-Impfstoffs in der EU für Personen ab 18 Jahren auszusprechen. In den USA, Kanada und Israel ist der Impfstoff von Moderna, einem US-Unternehmen, bereits zugelassen.

Nach der positiven Empfehlung der Ema muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Es ist nach dem Präparat der Hersteller Pfizer und Biontech der zweite Impfstoff gegen Covid-19, der in den EU-Mitgliedstaaten zugelassen wird.

Ursula von der Leyen begrüßte die Empfehlung des Moderna-Impfstoffs durch die Ema via Twitter. »Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen«, so die Präsidentin der EU-Kommission. »Wir arbeiten jetzt mit höchster Geschwindigkeit daran, ihn zuzulassen und in der EU verfügbar zu machen.«

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»Dieser Impfstoff verschafft uns ein weiteres Instrument im Kampf gegen die derzeitige Notsituation«, sagte Ema-Chefin Emer Cooke. Der Impfstoff schütze zu etwa 94 Prozent gegen Covid-19. Auch nach der Empfehlung werden nach den Worten der Ema-Chefin die Experten weiterhin alle Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit überwachen.

Die Ema-Expertinnen und -Experten hatten bereits seit November die Daten des Herstellers nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren bewertet. Danach werden bereits Ergebnisse der Studien geprüft, noch bevor ein Zulassungsantrag eingereicht ist. Das Verfahren sei viel schneller, aber genauso sorgfältig, betonte die Ema. Bei einer bedingten Zulassung ist der Hersteller verpflichtet, auch danach noch Daten etwa zur Langzeitwirkung an die Ema zu übermitteln.

Die EU hat bereits bei Moderna 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt. Bei dem Mittel handelt es sich wie bei dem Biontech-Impfstoff um einen sogenannten mRNA-Impfstoff. Im Gegensatz zur Vakzine von Biontech benötigt er keine ultrakalte Lagerung und könnte damit einfacher ausgeliefert werden. 

In Deutschland sollen die ersten Moderna-Dosen voraussichtlich in der kommenden Woche geliefert werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin an. Derzeit ist Deutschland noch nicht ausreichend mit Impfstoff-Dosen ausgestattet, Spahn steht deswegen in der Kritik. Er lässt daher die Möglichkeit prüfen, ob die notwendige zweite Dosis verzögert verabreicht werden könnte. Die Biontech-Chefs Türeci und Şahin hatten dem SPIEGEL gegenüber gesagt: »Deutschland wird genug Impfstoff bekommen.« 

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wbr/hei/Reuters/dpa
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