Ärztemangel in Corona-Zeiten CDU und CSU fordern 5000 zusätzliche Medizin-Studienplätze

Vor allem auf dem Land gibt es zu wenig Mediziner. Nach SPIEGEL-Informationen wollen die Abgeordneten der Union den Ärztemangel jetzt bekämpfen und die Kapazität der Studienplätze um 50 Prozent erhöhen.
Sprechzimmer einer Hausarztpraxis

Sprechzimmer einer Hausarztpraxis

Foto: Benjamin Ulmer / DPA

"Deutschland verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme der Welt", heißt es in einem Papier, das der Fraktionsvorstand von CDU und CSU auf seiner Klausur an diesem Mittwoch verabschieden will. Was allerdings aus Sicht der Unionsfraktion fehlt, um diesen Qualitätsstandard zu halten - insbesondere in Zeiten von Corona: Ärztinnen und Ärzte.

Deshalb fordern der Vorsitzende Ralph Brinkhaus (CDU) und seine Fraktion nun massive Anstrengungen, um diesen Mangel zu beheben. "Wir wollen die Medizinstudienplätze um 5000 aufstocken", heißt es in dem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt. "Wenn man sich die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, neue Arbeitszeitmodelle und die alternde Gesellschaft vor Augen führt, wird klar, dass mehr Ärzte ausgebildet werden müssen."

Der Mangel an Medizinerinnen und Medizinern sei "besonders auf dem Land spürbar". Man brauche "genügend Ärzte, die in Kliniken, Praxen oder im öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten", heißt es in dem Papier. "Zudem müssen wir bereits jetzt Vorsorge treffen für 2030, wenn die Ärztegeneration in den Ruhestand geht."

Aktuell gibt es bundesweit rund 10.000 Medizinstudienplätze. Für die Bereitstellung sind die Länder verantwortlich, die dafür seit Jahren mehr Geld vom Bund verlangen. Ob mehr Studienplätze den Ärztemangel tatsächlich beheben können oder dafür nicht eher die Verteilung der Ärzte verantwortlich ist, darüber wird kontrovers diskutiert.

flo
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