Coronapandemie Gesundheitsminister empfehlen kürzere Quarantäne bei wichtigen Berufen

Es geht um Berufe, die für Deutschlands Infrastruktur entscheidend sind: Die Gesundheitsminister der Länder sprechen sich für eine Verkürzung der Isolation nach einer Coronainfektion auf fünf Tage aus.
Medizinischer Mitarbeiter auf dem Flughafen Berlin Brandenburg

Medizinischer Mitarbeiter auf dem Flughafen Berlin Brandenburg

Foto: Maja Hitij / Getty Images

Die Gesundheitsminister der Länder schlagen eine abgestufte Isolations- und Quarantäneverkürzung bei einer Omikron-Virusinfektion vor. Der SPIEGEL hatte zuvor über das zusammen mit dem Robert Koch-Institut (RKI) entwickelte Konzept berichtet (lesen Sie hier mehr), am Nachmittag wurde es von Petra Grimm-Benne (SPD), der Gesundheitsministerin von Sachsen-Anhalt, vorgestellt. Sie ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. Das Konzept soll Grundlage der Beschlüsse von Bund und Ländern am Freitag sein.

Mit der Änderung des Quarantänekonzepts soll ein Personalmangel bei steigenden Infektionszahlen in besonders wichtigen Bereichen vermieden werden. Grimm-Benne sagte, eine Verkürzung der Quarantänezeiten müsse »praktikabel umsetzbar« sein. Die Gesundheitsämter seien personell überlastet, deshalb müsse man »zu einfacheren Regelungen« kommen. »Wir wollen, dass die Menschen das verstehen, und wir wollen Lösungen haben, die die Gesundheitsämter mittragen«, so die SPD-Politikerin.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Es wird darin empfohlen, die Isolation nach einer Coronainfektion bei Beschäftigten in wichtigen Bereichen bereits nach fünf Tagen zu beenden – »zum Zwecke der Arbeitsaufnahme«. Bisher ist eine Isolierung für 14 Tage vorgesehen. Grimm-Benne sprach von Polizei, Feuerwehr sowie Energie- und Wasserversorgung. Es geht aber auch um das Personal in Kliniken und Pflegeheimen. Voraussetzung soll ein negativer PCR-Test sein.

Für die allgemeine Bevölkerung gilt, dass sich sowohl Infizierte als auch Kontaktpersonen ohne Symptome nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test freitesten können. Nach zehn Tagen können sie auch ohne Test die Isolation oder Quarantäne verlassen. Kinder, die Kontaktpersonen sind, können nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test oder einem »hochwertigen« Schnelltest die Quarantäne beenden.

Kontaktpersonen müssen gar nicht in Quarantäne, wenn sie »geboostert« sind, also drei Impfungen erhalten haben. Dies gilt auch, wenn die Zweitimpfung, das Ende einer Erkrankung oder die Impfung nach Ende einer Erkrankung nicht länger als zwei Monate zurückliegen. Es soll besondere Aufmerksamkeit auf die Hochwertigkeit von Tests gelegt werden, heißt es in Lauterbachs Konzept.

Um den Schul- und Kitabetrieb aufrechtzuerhalten, gibt es auch für Kinder kürzere Quarantänezeiten: Sie müssen nur noch fünf Tage in Quarantäne bei anschließender Testung.

als/AFP/Reuters
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