Coronavirus in Deutschland Bundesregierung führt Registrierung von Reisenden aus betroffenen Ländern ein

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland aus. Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer haben nun mitgeteilt, welche Maßnahmen sie ergreifen wollen, um dem Problem zu begegnen.
Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer informieren über den Corona-Krisenstab

Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer informieren über den Corona-Krisenstab

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Markus Schreiber/ AP

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) haben bei einer Pressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen bei der Bekämpfung des Coronavirus informiert. Spahn sagte, ein Krisenstab sei am Mittwoch eingesetzt worden, um den Austausch zwischen Innen- und Gesundheitsministerium zu institutionalisieren. Ziel sei es, die Bevölkerung so gut wie möglich zu schützen.

"Wir nehmen den Ausbruch des Coronavirus ernst", sagte Spahn. Der Ausschuss habe bereits erste Beschlüsse gefasst. So sollen Flugreisende, die aus China, Südkorea, Japan, Iran und Italien nach Deutschland zurückkehrten, den Behörden ihren Aufenthaltsort melden. Entsprechende Aussteigerkarten sollen sicherstellen, dass alle Reisenden schnell kontaktiert werden können, wenn sich herausstellt, dass ein Fluggast infiziert ist.

Seehofer sagte, solche Aussteigerkarten sollten auch im grenzüberschreitenden Zug- und Busverkehr ausgefüllt werden. Hier hoffe er auf eine Selbstverpflichtung der Transportunternehmen. Im Schiffsverkehr werde dies angeordnet. Für das Unterbrechen der Infektionsketten sei so ein Schritt unverzichtbar.

Im Übrigen würden Asylbewerber auf das neue Coronavirus getestet, sagte Seehofer. Denn die meisten würden über vorbelastete Länder wie Iran, Afghanistan oder dem Irak einreisen. Am Freitag wolle sich der Krisenstab mit dem Umgang mit Großveranstaltungen befassen. Dann soll es eine Empfehlung geben, ob Messen wie die Internationale Tourismusbörse ITB abgesagt werden sollten. Es müsse abgewogen werden zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlichen Interessen, sagte Seehofer. Spahn sagte, Entscheidungen dazu müssten letztlich Länder und kommunale Behörden treffen.

"Wir müssen damit rechnen, dass sich das Virus weiter ausbreitet"

Der Gesundheitsminister will sich auf mehr Corona-Infektionen einstellen. "Wir müssen damit rechnen, dass sich das Virus weiter ausbreitet." Er warnte: "Die jüngste Entwicklung in Nordrhein-Westfalen zeigt, das gelingt nur unter höchstem Aufwand und auch nicht abschließend."

Bei einer Telefonkonferenz mit den Gesundheitsministern der Länder hat Spahn nach eigener Aussage darum gebeten, die Landes-Pandemiepläne zu aktualisieren und zu überarbeiten. Spahn traf sich auch mit Vertretern aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, um darüber zu sprechen, was im Ernstfall zu tun sei. Jedes Krankenhaus sollte einen Pandemie-Plan haben.

Es sei wichtig, dass die Unsicherheit bei den Arztpraxen verschwinde. Wenn ein Verdacht bestehe, müsse der schnell geprüft werden. Es gelte "besser einmal mehr auf das Virus testen als einmal zu wenig", sagte Spahn. Die Tests dürften nicht an den Kosten scheitern. Notfalls müssten entsprechende Gesetze geändert werden.

Spahn kündigte außerdem die Gründung einer neuen Abteilung für Gesundheitssicherheit an.

mfh/dpa